Nagelsmanns wm-kader schrumpft: leweling raus – stiller und führich rücken nach
Julian Nagelsmann kann die Hand nicht mehr ausstrecken, ohne einen Verletzten zu berühren. Am Dienstag verließ Jamie Leweling das DFB-Quartier in Herzogenaurach mit angezogenen Gesichtsmuskeln – der dichte Stuttgarter musste wegen Oberschenkelproblemen abreisen und wird gegen die Schweiz und Ghana nicht eingesetzt. Er wird auch nicht ersetzt, die 26-Kader-Regel wird zur 24-Regel.
Der Sturm der Absagen begann bereits vor Leweling: Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic hatten abgesagt, Nathaniel Brown laboriert an einer Blessur, Kai Havertz und Antonio Rüdiger fehlten beim Training. Die Lücke füllen nun Angelo Stiller und Chris Führich – beide von Lewelings Klub VfB Stuttgart. Nagelsmann hatte sie nachnominiert, sie absolvierten am Vormittag die komplette Einheit.

Stiller und führich springen in den vollen wm-alltag
Stiller, 23, war erst im Winter aus München nach Stuttgart gewechselt und soll nun im defensiven Mittelfeld Räume verengen. Führich, 26, bringt die nötige Dribbelkunst mit, die Leweling auf der Außenbahn geboten hätte. Beide wissen: Die nächsten Tage entscheiden über ihren Platz im endgültigen WM-Kader, der im Juni auf 23 Mann zusammenschrumpft.
Über dem Platte kreiste während der Übungseinheit eine Drohne – Symbol für die erhöhte Aufmerksamkeit, die jeden Schritt der DFB-Elf begleitet. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag geht es nach Basel, wo am Freitag um 20.45 Uhr die Schweiz wartet. Drei Tage später empfängt Deutschland in Stuttgart Ghana – ein letzter Test vor der letzten Feile.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit der WM 2022 verlor der DFB 17 Spieler durch Verletzung oder Formtief vor wichtigen Turnieren. Leweling ist der jüngste Name auf einer Liste, die Nagelsmann gerne kürzen würde. Bleibt die Frage, ob Stiller und Führich nur Pflaster sind – oder echte Lösungen.
Die Antwort bekommt der Bundestrainer am Freitag in Basel. Und sie wird lauter klingen als jedes Summen der Drohne.
