Nagelsmann zündet den zündstoff: am 12. mai platzt der wm-kader
Julian Nagelsmann will keine Sekunde länger rätseln lassen. Der Bundestrainer kündigte am Samstag an, dass er seinen Kader für die WM in den USA, Mexiko und Kanada am 12. Mai um 13 Uhr live präsentiert – einen Tag nach dem letzten Bundesliga-Spieltag und exakt 30 Tage vor dem Eröffnungspfiff in Houston.

Die 26er-liste kommt früher als erwartet
Bislang hatte der DFB stets auf Anfang Juni spekuliert, weit genug entfernt von den Play-off-Finals der Relegation. Doch Nagelsmann setzt auf Prävention statt auf Pokerspiel. Er will seine Gruppe früh einbrennen, Trainingslager blockieren, Testspielminuten verteilen. Theoretisch darf er bis zu 26 Spieler nominieren; die endgültige Liste muss allerdings erst am 4. Juni bei der FIFA eingehen.
Die Verletztenliste liefert ihm trotzdem Rätsel auf. Aleksandar Pavlovic (Bayern) und Felix Nmecha (Dortmund) fehlen gegen die Schweiz und gegen Ghana. Jamal Musiala blieb in München – keine Blessur, aber ein Muskelfaserrausch, der lieber kühlt als knallt. Nagelsmanns Stab signalisiert: „Sind sie fit, sind sie dabei.“ Doch zwischen Fit und eben doch nicht liegen manchmal nur zwei Wochen.
Die Vorrundengegner haben Namen, die klingen wie Ferienziele: Curaçao (14. Juni, Houston), Elfenbeinküste (20. Juni, Toronto) und Ecuador (25. Juni, East Rutherford). Kein Deutschland-Block, dafür ein Jetlag-Programm. Drei Zeitzonen, schwüle Sommerluft, künstlicher Rasen in New Jersey. Wer da nicht läuft, fliegt eben wieder heim.
Nagelsmanns Plan: eine Mischung aus gestählten Stammkräften und brandheißen Debütanten. Die 4:3-Show in St. Gallen lieferte erste Hinweise: Undav trifft doppelt, Henrichs wirbelt über beide Flügel, Ter Stegen hält den Sieg mit einer Fußspitze fest. Doch der Trainer warnte: „Wir haben 90 Minuten gespielt, nicht 90 Tage.“
Am Montag gegen Ghana in Stuttgart darf niemand mehr nachlegen. Denn wer jetzt nicht überzeugt, muss am 12. Mai vor dem Mikrofon zusehen. Die Uhr tickt – und Nagelsmann drückt schon auf den Countdown.
