Nagelsmann zieht den nächsten joker: urbig rückt in den dfb-kader ein
Julian Nagelsmann schläft nicht. Kaum hat der Bundestrainer den nächsten Coup angekündigt, flattert auch schon die konkrete Personalie über die Leitung: Jonas Urbig, Stellvertreter von Manuel Neuer beim FC Bayern, erhält seine erste Einladung in den Kreis der A-Nationalmannschaft. Die Nachricht sickerte durch die Bild, während Urbig nach dem 4:1 gegen Atalanta noch mit verschwitzten Haaren vor dem DAZN-Mikrofon stand.

Der 22-jährige soll gegen die schweiz und ghana dabei sein
„Ich habe noch nicht auf mein Handy geguckt“, sagte Urbig und lächelte verschmitzt, als wäre ihm klar, dass dieses Statement binnen Minuten durch alle Zeitungen geistern würde. Tatsache ist: Der frühere Kölner, im Winter für sieben Millionen Euro nach München transferiert, hat acht Partien in der U21 absolviert und in dieser Saison dreizehn Pflichtspiele für die Bayern bestrichen – viermal blieb sein Kasten sauber.
Die Entscheidung Nagelsmanns ist mehr als ein Sympathiestreich. Mit Marc-André ter Stegen fällt der etablierte Nummer eins aus, und selbst wenn Oliver Baumann als erfahrene Option gesetzt gilt, will der Bundestrainer ein Trio formen, das langfristig den Generationswechler zwischen den Pfosten einleitet. Urbig passt ins Profil: groß, gut mit dem Ball am Fuß, gewohnt, in der Schattenzone hinter Neuer zu arbeiten.
Für wen der Ruf der nächsten Karrierestufe bitter wird, bleibt offen. Alexander Nübel kehrt nach Jahren als Leihgabe zurück, Noah Atubolu und Finn Dahmen waren zuletzt dabei. Ein Platz ist jetzt weg. Das Spiel gegen die Schweiz in Basel am 27. März (20.45 Uhr) dürfte für Urbig zunächst die Rolle des Zuschauers bedeuten – aber schon das Warmmachen im Nationaltrikot ist für einen Torwart, der vor zwölf Monaten noch in der 2. Liga stand, ein Schnappschuss fürs Familienalbum.
Die Kaderliste wird am Freitag offiziell veröffentlicht. Wer dann fehlt, erfährt es über WhatsApp, genau wie Urbig. Nur dass der Nachrichtenstrom bei ihm inzwischen wohl schon auf „Stumm“ steht. Zu viele Glückwünsche, zu viele Emojis, zu viel Realisierung auf einmal.
