Nagelsmann vor wm-entscheidung: wer darf neben musiala und wirtz glänzen?

Die Luft in der DFB-Elf ist zum Schneiden dick. Nicht vor Aufbruchsstimmung, sondern vor der Frage, wer überhaupt mit nach Amerika darf. Julian Nagelsmann hat vor der Weltmeisterschaft ein Luxusproblem in der Offensive – ein Problem, das er sich vermutlich anders gewünscht hätte. Nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg gegen Finnland steht fest: Der Konkurrenzkampf um die Plätze neben Musiala und Wirtz ist eröffnet und könnte Nagelsmann vor seine größte Herausforderung im Turnier stellen.

Havertz' rückkehr: ein segen und ein fluch

Die Ankunft von Kai Havertz, frisch vom Champions-League-Finale, wirbelt die Karten neu. Sein Tor in Budapest, seine unbändige Energie und sein Kopfballstärke – Nagelsmann schwärmt von ihm. „Kai ist ein sehr guter Mensch, ein sehr guter Typ“, betonte der Bundestrainer. Ein Startelfeinsatz gegen die USA ist quasi beschlossene Sache, aber das bedeutet auch, dass jemand anderes auf der Strecke bleiben muss.

Deniz Undav hat sich mit zwei Toren und einem Assist gegen Finnland ins Rampenlicht gespielt. Er hat bewiesen, dass er nicht nur treffen, sondern auch Chancen kreieren kann. Und dann ist da noch Lennart Karl, der junge Wirbelwind vom FC Bayern. Seine unkonventionelle Spielweise, sein „Straßenfußballer“-Charme, wie Nagelsmann ihn nennt, bringt frischen Wind in die Offensive. „Bei Lenny ist viel passiert in den letzten sieben Monaten“, so der Bundestrainer.

Die sturmfrage: woltemade, undav oder doch havertz ganz vorne?

Die sturmfrage: woltemade, undav oder doch havertz ganz vorne?

Noch vor Jahresbeginn galt Nick Woltemade als sichere Bank im Sturm der Nationalmannschaft. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Havertz und Undav drängen sich auf, und Karl könnte ebenfalls eine überraschende Rolle spielen. Nagelsmann hat mehrere Optionen: Havertz hinter einer Spitze, Undav im Sturmzentrum oder doch Havertz ganz vorne. Die Entscheidung ist schwer, und jede Wahl hat ihre Vor- und Nachteile.

Die Frage ist nicht nur, wer spielt, sondern auch, wie Nagelsmann die unterschiedlichen Stärken seiner Offensivspieler kombinieren will. Musiala und Wirtz scheinen gesetzt, aber dahinter herrscht ein erbitterter Kampf. Die WM in den USA wird zeigen, wer sich durchsetzen kann und wer am Ende vor der Tür steht.

Die deutsche Offensive wirkt vor der WM variabler und gefährlicher als lange zuvor. Die Spannung ist kaum auszuhalten. Denn eines ist klar: Julian Nagelsmann muss schnell handeln – die Zeit zum Nachdenken ist begrenzt.