Nagelsmann stellt wm-kader vor: müller lobt überraschende talente
Die Wartezeit hat ein Ende: Julian Nagelsmann präsentierte gestern Abend den deutschen Kader für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Ein Aufgebot, das erwartungsgemäß ist, aber auch frischen Wind weht – wie Thomas Müller, der aus Vancouver zugeschaltet war, betonte.

Müllers einschätzung: keine schockmomente, aber viel potenzial
Der Weltmeister von 2014 zeigte sich in einem Instagram-Video zufrieden mit der Auswahl. „Ich glaube, die Truppe sieht ganz gut aus“, so Müller. Die Nominierung sei ohne große Überraschungen verlaufen, was er angesichts der Vorab-Informationen auch nicht anders erwartet habe. „Wie es eben bei Nominierungen so ist, sickert eh alles vorher durch.“ Die Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor war dementsprechend kein Paukenschlag mehr, sondern eine logische Konsequenz.
Besonders hervorhob Müller die Leistungen von zwei Spielern, die viele vielleicht nicht auf dem Zettel gehabt hätten: Maxi Beier und Nadiem Amiri. „Aus meiner Sicht gibt es keine großen Überraschungen. Ich freu mich, dass Maxi Beier den Sprung noch geschafft hat, weil ich einfach das Gefühl hatte, der hat richtig performt in den letzten Wochen.“ Dabei gehe es nicht immer nur um Tore, sondern vielmehr um die Intensität und den unbedingten Willen, sich dem Spiel zu verschreiben.
Auch Nadiem Amiri erhielt ein Sonderlob. Nagelsmann hatte bereits dessen „Emotionalität und Power“ gewürdigt, und Müller stimmte zu: „Ich finde es auch gut, dass der dabei ist. Hat vielleicht nicht jeder so auf dem Zettel gehabt. Klar, er war schon bei den Lehrgängen jetzt immer mal wieder dabei. Aber wie der Bundestrainer auch gesagt hat, den kann man immer reinwerfen. Der ist immer on.“
Müller vermied es, Einzelgespräche über nicht nominierte Spieler zu führen. „Man kann immer über einzelne Personalien diskutieren. Am Ende gewinnen nicht die einzelnen Spieler Spiele, sondern die Truppe, die auf dem Platz steht. Die Jungs müssen zusammenpassen, und da sehe ich gute Voraussetzungen.“
Und was passiert jetzt? Müller wird als TV-Experte bei „MagentaTV“ die Spiele in den USA verfolgen und dürfte die Leistungen des Kaders aufmerksam beobachten. Der Blick richtet sich nun auf die Vorbereitungsspiele und die eigentliche Weltmeisterschaft. Der deutsche Fußball steht vor einer neuen Herausforderung, und die Mannschaft scheint bereit zu sein, diese anzunehmen. Die Mischung aus Erfahrung und jungen Talenten könnte der Schlüssel zum Erfolg sein.
