Nagelsmann reagiert: stiller und führich rücken nach – dfb-kader bekommt stuttgarter frische
Julian Nagelsmann musste umsteigen. Kurz vor dem Abflug zur Länderspielreise verlor der Bundestrainer zwei Mittelfeldakteure – und ersetzt sie sofort durch zwei andere. Angelo Stiller und Chris Führich vom VfB Stuttgart heben noch heute ab, um mit der Nationalmannschaft nach Amerika zu reisen.
Der DFB bestätigte die Nachrücker am Montagvormittag. Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha fallen verletzt aus, ihre Tickets wurden storniert. Stiller und Führich bekamen binnen Minuten einen neuen Abflugtermin. Das Duo war ursprünglich nicht nominiert, trainierte aber weiter auf Europapokal-Niveau – ein Vorteil, den Nagelsmann nun einkassiert.

Stuttgart-duo springt ein – und bringt form mit
Die Entscheidung ist logisch. Stiller liefert Konstante im defensiven Mittelfeld, Führich kann links wie rechts dribbeln und schießt aus der Distanz. Beide kennen sich blind aus der Club-Elf, das spart Anlaufzeit. Nagelsmann verlangt genau das: Spieler, die sofort Gas geben, statt erst Klicklaute suchen.
Die Testspiele stehen vor der Tür: Deutschland trifft am Samstag auf die USA, drei Tage später auf Mexiko. Das Kader-Limit von 26 Köpfen bleibt erhalten, die interne Konkurrenz steigt. Wer jetzt nicht liefert, rutscht beim nächsten Lehrgang hintenüber.
Stiller selbst hatte die Nicht-Nominierung zunächst mit einem Schulterzucken quittiert. „Ich arbeite, ich warte“, sagte er nach dem Sieg gegen Gladbach. Die SMS vom Team-Manager kam um 8:37 Uhr. Seitdem ist das Handy lautlos, der Koffer offen. Führich packte seine Stutzen neben die Sonnenbrille – Mexiko liegt schließlich auf 19 Grad Nord.
Für den VfB Stuttgart ist der Doppel-Abflug ein Prestige-Gewinn. Erstmals seit der Klinsmann-Ära schicken die Schwaben gleich zwei Feldspieler in den DFB-Urlaub. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sieht das als Bestätigung der Rot-Weiß-Philosophie: „Wir fordern Tempofußball, und genau den suchen auch Nagelsmann und Co.“
Die Nationalelf landet am Dienstag in Hartford. Stiller und Führich werden nicht einmal 24 Stunden später mitmischen. Die Uhr tickt – und Stuttgart tickt mit.
