Nagelsmann nach schock: "kein spieler hat gas gegeben? unsinn!"

Die deutsche Nationalmannschaft taumelte nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Ecuador in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann stellte sich im anschließenden Interview bei MagentaTV den Fragen und versuchte, die Leistung seiner Mannschaft zu analysieren – und verteidigte sie vehement.

Frühe führung, dann selbstzerstörung

Nagelsmann zeigte sich enttäuscht über den verpassten Chancen, die Führung früh im Spiel nicht zu vergolden. "Ich finde, wir hatten einen super Start ins Spiel. Wir müssen, wenn wir so früh führen, viel mehr überzeugen und das Ding zu Ende spielen. Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu machen." Die Folge war ein zunehmender Druck der Ecuadorianer, die Nagelsmann anerkannte: "Irgendwann haben sie gemerkt, dass sie uns höher pressen können.“

Auch die Leistung von Manuel Neuer, der beim Gegentor unglücklich agierte, wurde thematisiert. Der Bundestrainer nahm ihn in Schutz: "Wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Gewinneraktion leider noch nicht hatte. Die Abschlüsse waren alle eklig.“ Die vielen Wechsel in der zweiten Halbzeit, die von einigen Beobachtern kritisiert wurden, erklärte Nagelsmann mit müden Beinen und dem Wunsch, dem Kader Spielzeit zu ermöglichen. "Das dann alles ein bisschen schleppender ist und länger dauert, das kannst du auch niemandem vorwerfen.“

Der gruppensieg und die vermeintliche nachlässigkeit

Der gruppensieg und die vermeintliche nachlässigkeit

Der entscheidende Moment kam, als MagentaTV-Experte Johannes B. Kerner Nagelsmann fragte, ob die Gewissheit, als Gruppensieger in die K.o.-Phase einzuziehen, das Engagement der Mannschaft geschwächt habe. Nagelsmann reagierte sichtlich irritiert: "Nein, bitte hört auf. Quatsch, ehrlich! Warum? Wollten die Jungs nicht? Natürlich wollten sie spielen!" Er betonte, dass seine Spieler alles gegeben hätten, während die Ecuadorianer offensichtlich mehr Risiko in ihre Aktionen investiert hätten. „Natürlich haben wir anders gewechselt, als wir gewechselt hätten, vielleicht in Momenten, wo wir zwingend noch ein Tor brauchen.“

Die deutsche Mannschaft kämpfte sich zwar als Gruppensieger in die nächste Runde, doch die Leistung gegen Ecuador wirft Fragen auf. Die Abwehr wirkte anfällig, das Mittelfeld fand kaum Struktur und im Angriff fehlte die nötige Durchschlagskraft. Die K.o.-Phase wird eine neue Prüfung für Nagelsmann und sein Team darstellen – und deutlich mehr Konstanz und Entschlossenheit erfordern.