Nagelsmann am scheideweg: hitzlsperger schießt mit harter kritik
Schock in der deutschen
Fußball-Nationalmannschaft: Bundestrainer Julian Nagelsmann steht vor dem Aus. Nach dem blamablen WM-Debakel in Paraguay hat Ex-Profi und Sky-Experte Thomas Hitzlsperger nun die Lanze gegen den 38-Jährigen gebrochen und deutet ein baldiges Ende seiner Amtszeit an. Die DFB-Bosse schweigen – doch die Zweifel an Nagelsmanns Führungsstil wachsen.
Eitelkeit und mangelnde souveränität
Hitzlsperger, der selbst als Spieler und Funktionär im Fußballgeschäft zuhause ist, prangerte in seiner Analyse vor allem Nagelsmanns fehlende Lebenserfahrung und Souveränität an. „Er ist zweifellos ein exzellenter Trainer, aber ihm fehlt die nötige Reife, um ein Team auf internationalem Niveau zu führen“, erklärte der frühere DFB-Star am Dienstag. Es seien zahlreiche Situationen gewesen, in denen Nagelsmann nicht optimal agiert habe, insbesondere in der öffentlichen Wahrnehmung.
Die Aufregung um die Nicht-Nominierung von Deniz Undav sei ein deutliches Beispiel für Nagelsmanns Eitelkeit. „Den besten deutschen Stürmer in der Bundesliga zu haben und ihm dann zu sagen, er hätte nur dann getroffen, wenn er von Beginn an gespielt hätte, ist schlichtweg unnötig. Das wirkt fast schon überheblich.“ Auch das lange Interview im kicker habe keinen erkennbaren Mehrwert geboten und eher Fragezeichen hinterlassen.
Nagelsmanns Auftritt im Sportstudio wurde ebenfalls kritisiert. „Man hatte den Eindruck, er wollte dort eigentlich gar nicht sein. Er hatte wenig Konstruktives beizutragen und wirkte bemüht“, so Hitzlsperger. Die erneute Nominierung von Manuel Neuer, trotz seiner jüngsten Fehler, wird ebenfalls in Frage gestellt.
Die Entscheidung des DFB, Nagelsmanns Zukunft vorerst offenzulassen, wirkt angesichts der heftigen Kritik angesichts des Ausscheidens gegen Paraguay wie ein Teaser für weitere Entwicklungen. Rudi Völler und Bernd Neuendorf haben sich bisher bedeckt gehalten, was die weitere Vorgehensweise angeht.
Die Folge der fehlenden Souveränität Nagelsmanns ist eine Atmosphäre der Unsicherheit innerhalb des Teams. Die Spieler wirken verunsichert, die Fans enttäuscht. Die WM-Niederlage war nicht nur ein sportlicher Rückschlag, sondern auch ein Vertrauensbruch. Ob Nagelsmann die Krise überwinden und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Der DFB muss sich schnellstmöglich positionieren und eine klare Linie vorgeben. Die Zukunft des deutschen Fußballs steht auf dem Spiel.
