Nackte tatsachen in dayton: miami-redhawks schwimmen sich zum march-madness-coup

Die Miami University Redhawks haben in der March Madness nicht nur gespielt – sie haben gebadet. Im Unterrichtsmodus. Mit 89:79 gegen die SMU Mustangssicherten sich die Redhawks den Sieg, doch der eigentliche Star war das Schwimmteam: fast nackt, lautstark und in Badekappen. Ihre Mission? Einen Freiwurf vermasseln. Corey Washington traf danach keinen einzigen mehr.

Die arena kochte, als die schwimmer einfielen

Die University of Dayton Arena ist sonst ein Ort, an dem man von Trostpreisen und Leidenschaft redet. Doch als das Schwimmteam in bester Speedo-Manier die Tribüne stürmte, schaltete sich der Kommentator spontan um: „Das ist keine Cheerleader-Show, das ist psychologische Kriegsführung in Nylon.“ Die 11 500 Zuschauer brachen in schallendes Gelächter aus, die Mustangs-Spieler sahen aus, als hätte jemand ihre Playlist gelöscht.

Antwone Woolfolk, Forward der Redhawks, stand an der Freiwurflinie, als die erste Badekappe auftauchte. „Ich dachte, das ist ein Scherz“, sagte er später. „Dann habe ich gesehen, dass sie ihre Startblöcke mitgebracht haben – und kapiert: Die Jungs meinen es ernst.“ Woolfolk verwandelte seinen Korbleger, Washington nicht. Die Statistik: 0/2 nach dem Striptease.

Tradition statt einzelakt – seit januar im wettkampfmodus

Tradition statt einzelakt – seit januar im wettkampfmodus

Die Aktion war keine Laune des Moments. Seit Januar begleitet das Schwimmteam jedes Heimspiel der Basketballer – im Schwimmdress. Ursprung: Langeweile im Wintertrainingsplan. „Wir wollten einfach mal die Köpfe freikriegen“, sagt Tegan Barrier, 19, Brustschwimmer über 100 Meter. „Dann haben wir gemerkt: Wir können die gegnerischen Werfer aus dem Takt bringen. Also haben wir’s perfektioniert.“ Inzwischen gibt es ein Google-Doc mit den besten Spots auf den Rängen und einer Rangliste, wer den größten Lachkrach auslöst.

Coach Travis Steele ließ sich nach dem Schlusspfiff nur noch mit Mühe auf das Spielerinterview herunterziehen. „Ich habe schon viele Fanaktionen gesehen“, sagte er, „aber dass ein Schwimmer mit einer Gopro auf der Stirn meinen Power-Forward anfeuert, das ist First-Class-Humbug mit Sieg-Garantie.“ Die NCAA prüft derzeit, ob der Einsatz nackter Oberkörper gegen Spielregel 10-5.3 verstößt („Keine Ablenkung durch ungewöhnliche Kleidung“). Die Redhawks sind entspannt: „Dann ziehen wir eben Badeanzüge an“, sagt Barrier. „Die sind noch bunter.“

Mit dem Sieg stehen die Redhawks nun im Sweet Sixteen, und die Buchmacher haben ihre Quote von 250:1 auf 40:1 gedreht. Die nächste Gegnerin heißt Houston, und die Umkleide der Mustangs hat schon angefragt, ob man die Schwimmer irgendwie sperren könne. Die Antwort aus Oxford: „Kommt auf den Wasserdruck an.“