Nach eilenburg-blamage wartet auf jena ein schicksalstag nach dem anderen
Die Luft im Ernst-Abbe-Sportfeld wird am Dienstagabend dick. Kein Lüftchen, nur der Druck, der auf den Schultern der FC-Carl-Zeiss-Profis lastet. Nach dem 1:2 in Eilenburg droht der Regionalliga-Traditionsklub, schon vor dem Winter die Meister-Option zu verlieren. Der Rückstand auf Spitzenreiter Lok Leipzig beträgt acht Punkte – bei einem Spiel weniger. Die Rechnung ist simpel: Wer nicht gewinnt, fliegt aus dem Titelrennen.
Altglienicke kommt mit einem auswärts-maulwurf
Die VSG Altglienicke ist kein normaler Gast. Die Berliner gelten als gefährlichstes Auswärtsteam der Liga: zehn Partien, nur zwei Niederlagen, dafür 19 Punkte. „Eine ausgebuffte Mannschaft mit viel wirtschaftlicher Kraft dahinter“, warnt Volkan Uluc. Der Trainer spricht nicht über Taktik, sondern über Moral. Seine Mannschaft muss beweisen, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann – und das binnen 72 Stunden.
Die Personalie Maurice Hehne liefert zumindest eine positive Nachricht. Der Mittelfeldregisseur ist nach Gelb-Sperre zurück. Ob Emneka Oduah und Alexander Prokopenko mitwirken, entscheidet sich kurzfristig. Die Unsicherheit in der Defensive ist spürbar. Das Hinspiel verloren die Thüringer mit 1:2 – spätes Gegentor in der fünften Minute der Nachspielzeit. Ein Déjà-vu will niemand erleben.

Leipzig lauert schon am sonntag
Nach dem Dienstag kommt schon der Sonntag. 14 Uhr, Bruno-Plache-Stadion, Lok Leipzig. Dort wird nicht nur gespielt, sondern auch entschieden. Die Leipziger haben die Tabellenführung fest im Griff, Jena droht, bei einer erneuten Pleite auf zwölf Punkte zu rutschen. Die Saison wäre dann vor Weihnachten gelaufen. Uluc versucht, die Katastrophe klein zu reden: „Wir wollen eine Mannschaft entwickeln.“ Doch die Fans wollen Punkte, nicht Entwicklung.
Die letzten Zahlen sind gnadenlos: vier Siege aus den letzten zehn Spielen, elf Gegentore in den letzten fünf Partien. Die Defensive wirkt wie ein offenes Tor. Die Offensive schießt zu selten. Moritz Fritz, einst Hoffnungsträger, blieb in Eilenburg blass. Die Frage lautet nicht mehr, wer spielt, sondern: Wer trägt die Verantwortung?
Am Dienstagabend wird klar, ob der FC Carl Zeiss Jena noch einmal aufsteht – oder endgültig einbricht. Die Uhr tickt. Die Kurve brodelt. Und die Saison steht auf dem Spiel.
