Muskatewitz schießt deutschland mit extravaganza in wm-achtelfinale
Marc Muskatewitz ballte die Faust, stampfte über das Eis und ließ die Kufen kreischen – 8:7 nach dem Extravaganza-End, Tschechien geschlagen, der Traum lebt. Die deutschen Curler haben bei der WM in der Olympia-Halle von 2002 nahe Salt Lake City ihre zweite Machtdemonstration hingelegt und liegen damit voll im Soll der großen Zielsetzung: Playoffs statt Pech.
Die nervenschlacht im salt lake
Regulär zehn Ends lang lieferten sich die Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das selbst erfahrene Zuschauer an die Klinke nagelte. 7:7 nach der regulären Distanz – dann kam die Zusatzrunde. Dort behielt Muskatewitz mit letztem Stein die Übersicht, schob den Draw perfekt ins Hauszentrum und verdichtete die deische Ausgangslage auf zwei Siege aus zwei Spielen.
Die Zahlen sprechen für sich: Vor zwei Tagen noch ein 10:5 gegen Gastgeber USA, nun das 8:7 gegen Tschechien – beide Male zeigte das deutsche Quartett die bessere Nervenstärke in den Schlusssteinen. Nach dem enttäuschenden siebten Platz bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo, als die Medaillenspiele noch verpasst wurden, will das Team um den 29-jährigen Skip nun mindestens die Playoffs um das Halbfinale erreichen. Die Top zwei Teams ziehen direkt in die Vorschlussrunde ein, die Plätze drei bis sechs duellieren sich in Crossover-Playoffs um zwei weitere Tickets.

Polen wartet in der nacht zum sonntag
Die Tagesordnung bleibt eng: Bereits in der Nacht zum Sonntag (MESZ) folgt das dritte Vorrundenspiel gegen Polen. Dort gilt es, die Tempo- und Zughärte der beiden Auftaktsiege zu konservieren, denn die Tabellenführung kann sich rasant drehen. Das Endspiel ist für den 4. April terminiert – bis dahin darf kein Punkt mehr verschenkt werden.
Die Stimmung im deutschen Lager ist dennoch längst nicht mehr nur erleichtert, sondern angestachelt. Muskatewitz selbst hatte vor Saisonbeginn betont, man wolle „nicht nur anreisen, sondern anrempeln“. Die ersten beiden Auftritte erfüllen diese Ansage. Wenn das Tempo und die Trefferquote anhalten, könnte diese WM tatsächlich die erste Medaille seit 2007 werden – und das wäre mehr als ein schönes Nebengeräusch für ein Team, das sich endlich wieder in der Weltspitze etablieren will.
