Tuchel bleibt stur: nationalhymne erst im finale?
Ein ungewöhnliches Signal vor dem WM-Start: Thomas Tuchel, der Coach der englischen Nationalmannschaft, plant offenbar, auch beim ersten Spiel der Titeljagd gegen Kroatien nicht bei der Nationalhymne mitzusingen. Ein Schweigen, das für viele englische Fans schwer zu verdauen ist, aber der Deutsche hält an seiner Position fest.

Die debatte um „god save the king“ geht weiter
Seit seinem Engagement auf den britischen Inseln im vergangenen Oktober begleitet die Frage nach Tuchels Verhalten bei der Hymne die Diskussionen. Während viele Anhänger es als Respektlosigkeit empfinden, wenn der Trainer bei „God Save the King“ schweigt, argumentiert Tuchel mit dem Gefühl, sich die Ehre des Mitsingens erst verdienen zu müssen. Er betont immer wieder die Kraft und Bedeutung der Hymne, die er als „sehr emotional und kraftvoll“ beschreibt, aber er sieht es nicht als „selbstverständlich“ an, sie einfach so mitzusingen.
„Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen“, erklärte Tuchel dem Telegraph, und fügte hinzu, dass er sich noch „ein bisschen schüchtern“ fühlt. Der Fokus soll jetzt auf dem sportlichen Erfolg liegen, nicht auf seiner persönlichen Hymnen-Haltung. Dennoch deutete er an, dass sich dies ändern könnte, sollte England tatsächlich das Finale am 19. Juni in New York erreichen – ein Szenario, das 60 Jahre nach dem bislang einzigen WM-Triumph Englands eine historische Bedeutung hätte.
Prinz William, der die Mannschaft vor ihrer Abreise in die USA besuchte, suchte das Gespräch mit Tuchel bezüglich der Hymne. Der Trainer beruhigte ihn mit dem Kommentar, dass der Text „nicht so schwierig“ sei, was einen Anflug von Humor inmitten der Debatte erkennen lässt. Ob Tuchel sein Schweigen dann tatsächlich brechen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin konzentriert er sich darauf, seine Mannschaft auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten und vermeidet es, durch seine persönliche Haltung von der eigentlichen Aufgabe abzulenken.
Die englische Nationalmannschaft steht nun vor einer großen Bewährungsprobe. Nach 60 Jahren ohne WM-Titel liegt die Erwartungshaltung hoch. Ob Tuchel mit seiner Mannschaft den Weg bis ins Finale finden kann und ob er dann den Gesang beitreten wird, wird die Fußballwelt gespannt beobachten. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob das Schweigen des Trainers ein Zeichen von Respekt oder von Unsicherheit ist.
