Suter zündet blues-feuer: 0:2-krise wird zum 3:2-spektakel in overtime

Die Enterprise Center-Luft roch nach verbranntem Eis. 18.096 Zuschauer hatten die Köpfe schon zwischen den Knien, als Pius Suter in der 53. Minute den Puck aus der Drehung knallte – und St. Louis plötzlich wieder atmen konnte. Die Blues ringen die Edmonton Oilers mit 3:2 n.V. nieder, obwohl sie bis acht Minuten vor Ende auf Null standen.

Suters schlenzer wird zur zündmaschine

Der Schweizer, sonst eher defensiv eingebunden, schnappt sich das Gummi hinter dem Slot, zieht zwei Schritte nach links und versenkt es mit dem Backhand zwischen Skinner und dem Pfosten. Sein zehnter Treffer der Saison, aber der erste, der eine ganze Arena wieder wachküsst. Cam Fowler folgt 97 Sekunden später mit dem Ausgleich, und in der Overtime erledigt Robert Thomas die Sache mit einem Handgelenksschuss aus halber Distanz. Drei Schüsse, drei Tore – das Statistik-Seltenheitswert-Konto der Blues ist wieder im Plus.

Die Zahlen sind trotzdem hart: Sechs Siege aus den letzten sieben Spielen, dennoch liegt St. Louis eine Punkte hinter Nashville auf Platz neun der Western Conference. Die Wild Card rutscht weiter weg, weil auch die Konkurrenz nicht rast. Coach Drew Bannister atmet trotzdem durch: „Wir haben bewiesen, dass wir auch ohne Jordan Kyrou Tore schießen. Das Selbstvertrauen ist zurück, jetzt müssen wir es konservieren wie ein gutes Steak – langsam garen, nicht versengen.“

Matthews-ausfall überschattet die conference

Matthews-ausfall überschattet die conference

Parallel schwappte durch die Kabinen ein Gerücht, das die Liga erschüttert: Auston Matthews fällt mit einem Innenbandriss im linken Knie aus, Toronto bestätigt die Diagnose wenige Minuten nach dem Spiel in Anaheim. Der 69-Tore-Mann der Vorsaison wird die Maple Leafs mindestens drei Monate nicht verstärken – ein Schock, der auch die Blues-Plane tangiert, schließlich könnten sie im ersten Playoff-Duell auf die Kanadier treffen.

Für Suter bleibt nur ein kurzer Genuss. Er packt seine Tasche, wirft die nasse Unterhose in die Waschtonne und grinst trotzdem: „So ein Tor macht Dreck, aber auch Sinn. Wir leben noch.“ Die Saison ist nicht gerettet, aber sie ist wieder laut – und das ist in St. Louis schon mal mehr wert als ein Draft-Pick.