Seixas: der neue französische radsport-messias?
Frankreich hält den Atem an. Nach Jahrzehnten der Dürre scheint ein neuer Star am Radsport-Himmel aufzuleuchten: Paul Seixas. Der 19-Jährige dominiert aktuell die Baskenland-Rundfahrt und befeuert damit die Hoffnung einer ganzen Nation auf einen neuen Triumph bei der Tour de France – ein Triumph, auf den Frankreich seit Bernard Hinault 1985 verzichten musste.
Ein junger mann mit außergewöhnlichem potenzial
Seixas‘ Aufstieg ist geradezu kometenhaft. Schon im vergangenen Jahr sorgte er bei der Dauphiné für Furore, als er sich neben etablierten Weltklasse-Fahrern in die Top 10 der Gesamtwertung und des Zeitfahrens vorkämpfte. Seine Leistung bei der Lombardei-Rundfahrt, wo er als Siebter einen historischen Erfolg für einen so jungen Fahrer feierte, untermauerte diesen Eindruck nur noch weiter. Besonders beeindruckend war sein Auftritt bei der Strade Bianche, wo er dem späteren Sieger Tadej Pogacar über 80 Kilometer lang Paroli bieten konnte.
Pogacar selbst adelte den jungen Franzosen: “Dieser Junge wird mal ein Monster auf dem Rad. Wir werden in der Zukunft noch viel von ihm zu sehen bekommen.” Eine Einschätzung, die auch von anderen Experten geteilt wird. Marc Madiot, der einflussreiche Teammanager von Groupama-FDJ, nannte Seixas gar den “Messias” und betonte, dass er “alles in seinem Repertoire” habe, wie Pogacar.

Mehr als nur talent: eine einzigartige kombination
Was Seixas so besonders macht, ist nicht nur sein außergewöhnliches Talent, sondern auch die Kombination aus verschiedenen Fähigkeiten. Laut Velo hat er bei Juniorenrennen Wattzahlen erreicht, die Pogacar in diesem Alter nicht zustande brachte. Er ist ein begnadeter Kletterer, ein starker Zeitfahrer, überraschend gut im Flachen – trotz seiner schlanken Statur – und verfügt dank seiner Vergangenheit als Cyclocrosser über eine exzellente Technik. Seine Vielseitigkeit ist beeindruckend.

Wann der große auftritt bei der tour?
Teamchef Dominique Serieys von Decathlon-CMA hat sich zum Ziel gesetzt, Pogacar abzulösen, aber gleichzeitig möchte er Seixas behutsam entwickeln. Hinault selbst plädiert für Geduld und rät davon ab, den jungen Fahrer bereits in diesem Jahr bei der Tour de France einzusetzen. “Er soll lieber zunächst die Vuelta oder den Giro bestreiten”, so Hinault, “dann könnten wir sagen, dass er das Potenzial hat, die vollen drei Wochen durchzuhalten.”
Die Frage ist nicht, ob Seixas eines Tages die Tour de France gewinnen wird, sondern wann. Denn eines ist klar: Frankreich hat einen neuen Hoffnungsträger gefunden, der das Potenzial hat, eine Ära zu prägen.
