Robbie williams erklärt weißes pulver: es war minze – kein kokain
Ein weißes Körnchen fällt auf das Mikrofon, die Kameras laufen. Was wie ein Albtraum für jeden Prominenten aussieht, erklärt Robbie Williams binnen Stunden zum Witz. Die Substanz, die bei einem Interview nach dem WM-Finale 2026 aus seiner Nase tropfte, war keine Droge. Sondern eine verdammte Pfefferminztablette.
Das video, das die netze spaltete
Die Bilder gingen viral, bevor Williams überhaupt reagieren konnte. MagentaTV, die deutsche Sendeanstalt, hatte den Briten kurz nach seiner Performance bei der Abschlusszeremonie im MetLife Stadium in New Jersey interviewt. Plötzlich: ein weißer Fleck auf dem Mikrofon. Williams schnappte sich das Objekt, steckte es weg, sprach weiter. Die Spekulationen explodierten.
Das Timing konnte grausamer kaum sein. Der Sänger hatte jahrelang offen über seine Alkohol- und Drogenvergangenheit gesprochen. Jeder Pixel dieses Videos schien seine Geschichte zu verdammen. Stattdessen lieferte Williams eine Erklärung, die so absurd klingt, dass sie fast glaubhaft wirkt.

„Just woke up and feeling. mint“
Auf Instagram postete der 52-Jährige ein Video, das den Vorfall mit absurder Selbstironie auflöst. Er zeigt zwei weitere Pfefferminztabletten zwischen den Zähnen, kaut demonstrativ, lässt die Kamera nicht los. „Sólo quería disculparme“, sagt er mit diesem verschmitzten Lächeln, das ihn seit den Take-That-Tagen begleitet. Die Entschuldigung gilt der mangelnden Professionalität – nicht dem angeblichen Rauschmittel.
Das Wortspiel in seiner Bildunterschrift trägt die Pointe selbst: „Mint“ bedeutet im Englischen sowohl Minze als auch „in Topform“. Williams wacht auf und fühlt sich frisch. Oder eben: nach Minze schmeckend. Die Doppeldeutigkeit ist gewollt, die Botschaft klar – er spielt mit den Erwartungen eines Publikums, das sofort das Schlimmste annahm.

Wenn vergangenheit gegen gegenwart verliert
Die Reaktion des Internets spaltete sich entlang bekannter Fronten. Die einen lobten seine souveräne Abfederung, die anderen blieben skeptisch. Drogenkonsum lässt sich schließlich leichter leugnen als beweisen. Doch Williams entschied sich bewusst gegen eine konfrontative Dementi-Strategie. Keine Anwälte, keine scharfen Statements. Nur er, sein Handy, zwei Pfefferminztabletten und dieser unverwüstliche Charme, der ihn durch drei Jahrzehnte Popgeschichte trug.
Die Performance beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien war ohnehin sein eigentlicher Auftritt jenes Abends. Gemeinsam mit Laura Pausini und Nicole Scherzinger lieferte er die obligatorische Halbzeitshow, die niemand wirklich gewollt hatte, aber alle erwarteten. Dass ausgerechnet die anschließende Minute vor einem deutschen Mikrofon die Schlagzeilen dominierte, gehört zur perversen Logik des Sportsbusiness.
Was bleibt, ist ein Moment der Unberechenbarkeit in einer Welt, die jede Bewegung analysiert. Robbie Williams hat gelernt, dass Erklärungen selten überzeugen – aber Humor manchmal schon. Die Pfefferminztablette wird seine Pop-Biografie überdauern, neben den unzähligen Hits und dem einen berüchtigten Song mit Kylie Minogue. Manche Legenden entstehen aus Versehen. Diese hier riecht nach frischem Atem.