Musetti stürmt in monte carlo – und trifft auf den franzosen, der alle ausknockt
Lorenzo Musetti spielt sich am Mittwoch in ein Minenfeld. Gegen Valentin Vacherot, den 25-jährigen Monegassen, der seit Februar 18 Matches auf Challenger-Tour nur zwei verloren hat, muss der Vierte der Setzliste seine Premiere bestreiten – und das als viertes Match auf dem Central, kurz vor Sonnenuntergang, wenn der rote Sand schon rau klingt.
Warum vacherot kein harmloser wildcard-mann ist
Die ATP notiert den Linkshänder als Nummer 204, doch die Zahl lügt. Seit er in Sophia Antipolis und Lugano hintereinander das Finale erreichte, hat Vacherot Top-100-Spieler wie Halys, O'Connell und Fucsovics nacheinander vom Platz gefegt. Musetti kennt ihn nur aus Trainingsrunden in Monte Carlo; offizielle Head-to-Head-Statistik: null. Das macht das Match so brandgefährlich – und so lukrativ für jeden, der nach einer Sensation lechzt.
Den Platz davor liefert Matteo Berrettini ab. Der Römer, mit Protected Ranking hereingeschlichen, misst sich mit Daniil Medvedev, dem ehemaligen Weltranglistenersten, der auf Sand noch immer wie ein Elefant auf Rollschuhen wirkt. Berrettinis Vorhand-Topspin gegen Medvedevs Tiefreturn – das könnte das optisch schönste Duell des Tages werden, wenn der Wind nicht wieder durch die Bucht pfeift.

Zverev, cobolli und die jagd nach dem viertel der überraschungen
Kurz nach Sonnenaufgang schon steht Alexander Zverev auf dem Plan. Der Deutsche, Turniervorjahresfinalist, trifft auf Cristian Garín. Der Chilene war einst Rang 17, heute 103 – ein klassischer Sand-Platzhirsch, der auf dieser Oberfläche noch jeden gestürzt hat. Gleich danach nimmt Flavio Cobolli auf dem Court des Princes den Belgier Alexander Blockx auseinander. Blockx gewann die Quali ohne Satzverlust und gilt in der Fachwelt als nächstes großes Ding aus Flandern, 1,93 m groß, mit Schulterlangen Haaren und einem Aufschlag, der dir die Schultern auskugelt.
Weitab der Kameras duellieren sich João Fonseca und Arthur Rinderknech. Fonseca, 17 Jahre alt, wurde in Rio de Janeiro schon als „kleinerer Sinner mit mehr Samba“ verschnitten. Wer ihm zuhört, hört Lateinamerikas Zukunft atmen.
Jannik Sinner und Carlos Alcaraz haben Mittwoch frei – beide konnten ihre Auftaktsiege in under 90 Minuten abhaken. Sinner ließ Humbert nur fünf Games, Alcaraz demolierte Baez 6-1, 6-3. Die beiden Giganten schmoren nicht, sie sparen sich für das Viertelfinale auf, das laut Schedule am Freitag die Rolex-Anlage in ein Tollhaus verwandeln wird.
Der Court-Chef sprach am Dienstagabend von „optimalen Bedingungen“, doch die Spieler wissen: Monte-Carlo kann ein Schnellweg zum Ruhm sein – oder eine Falle, aus der man mit zerfetzten Knien und zerrissenem Selbstvertrauen rauskrabbelt. Musetti hat die Wahl, Vacherot die Chance, und wir haben das Popcorn bereit. Der Masters-1000 auf 56 Meter über dem Meeresspiegel beginnt erst richtig, wenn die Sonne hinter den Yachten versinkt.
