München wird zur tennis-waffe: acht top-20-stars liefern sich krieg im park

Der Münchner Rothenbaum verwandelt sich im April in ein Schaulaufen der Gegenwartselite. Acht Akteure aus den Top 20 der ATP kündigen sich an – mehr als je zuvor bei den BMW Open. Die Meldefrist ist abgelaufen, das Fazit des Veranstalters klingt wie ein Schulterklopfen: Wir haben die Starken da.

Unter ihnen: Alexander Zverev, frisch aus dem Viertelfinale von Indian Wells, bereit, vor heimischem Publikum den nächsten Schritt Richtung French-Open-Form zu machen. Neben ihm landen Taylor Fritz und Ben Shelton direkt aus den USA – zwei Spieler, die Sand bislang nur als Nebenkosteller kannten, aber gerade lernen, dass langsames Spiel auch Spektakel bedeutet.

Cilic zurück, wo er einst groß wurde

Cilic zurück, wo er einst groß wurde

Marin Cilic ist dabei, der Mann, der 2014 in New York für ein paar Tage die Welt veränderte. Sein Auftritt in München ist kein Sentimentaltrip, sondern ein letzter Versuch, die eigene Karriere noch einmal in Richtung Top-30 zu lenken. Die Wildcard ist mehr als ein Geschenk – sie ist eine Bühne.

Die Liste liest sich wie ein Who-is-Who der jungen Garde: Jakub Mensik aus Prag, 18 Jahre alt, bereits mit Davis-Cup-Nerven. Flavio Cobolli und Luciano Darderi, Italiener, die das neue Bild des «Squadra Azzurra» malen. Dazu Francisco Cerundolo, Argentinier, dessen Bruder schon in den Top 10 war – Familienduell inbegriffen.

Turnierdirektor Patrik Kühnen spricht von «attraktivstem Feld aller Zeiten». Die Formel ist simpel: Man nehme acht Top-20-Spieler, streue zwei ehemalige Grand-Slam-Finalisten hinzu und serviere das Ganze auf roter Asche. Die Zuschauer bekommen keine Vorrunde, sondern ein Fegefeuer aus ersten Runden, die schon wie Viertelfinals klingen.

Los geht’s am 11. April, Endspiel ist am 19. April. Tickets sind nach Angaben des Veranstalters «nahezu vergriffen». Die Botschaft: Wer jetzt noch zögert, kauft sich 2025 einen neuen Kalender.

Die BMW Open waren einst das Sprungbrett für Boris Becker, damals noch ein Teenager mit Haaren. Heute sind sie das Labor, in dem sich die Next Gen gegen die Old School misst. München wird zur Tennis-Waffe – und niemand will der erste sein, der kassiert wird.