Müller: wm-traum lebt trotz karl-ausfall!
München – Thomas Müller, der geborene Kämpfer, schlägt die Alarmglocken der Besorgnis um den Ausfall von Lennart Karl bei der WM weitgehend. Der frühere Weltmeister sieht Parallelen zu 2010 und betont: Deutschland ist nicht von einem einzelnen Spieler abhängig. Ein klares Bekenntnis zum Teamgeist, das vor dem Turnierstart Mut machen soll.

Die kontinuität im angriffsspiel
„Für Lenny ist das natürlich eine bittere Nachricht, aber wir haben das schon oft erlebt“, erklärte Müller bei einer Veranstaltung seines neuen Partners superum in München. „Wir sind als Mannschaft selten von einem einzelnen Spieler abhängig.“ Der Ausfall Karls habe die deutschen Chancen aus seiner Sicht nicht wesentlich verändert. Er bedauerte zwar, den jungen Stürmer auf der Weltbühne sehen zu wollen, betonte aber die enorme Variabilität im deutschen Angriff. „Jeder Spieler bringt unterschiedliche Fähigkeiten mit – gerade in der Offensive sind wir extrem flexibel.“
Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, für Karl Assan Ouédraogo vom RB Leipzig nachnominieren zu lassen, wertete Müller als „absolut okay und nachvollziehbar“. Er verstand zwar auch die Begeisterung für andere Shooting-Stars wie Said El Mala, meinte aber, Nagelsmann habe die richtige Wahl getroffen. Die Sehnsucht nach neuen Helden, nach Spielern mit dem gewissen „Podolski-Vibe“, sei verständlich, aber die Expertise des Trainers müsse man respektieren.
Müller blickt zurück, schaut nach vorn. Die Erinnerungen an die WM 2010, als Deutschland ebenfalls einen schwierigen Start hatte, sind noch lebendig. „Damals hat sich der Weg dieses Teams gerade erst eingeschlissen. Die letzten Wochen, Monate, Jahre waren eher eine Findungsphase. Jetzt haben wir die Chance zu zeigen, dass dieser Weg erfolgreich sein kann.“
Obwohl Müller den deutschen Elf viel zu traut, hält er sich mit zu großen Versprechen zurück. „Es schreit noch lange nicht nach einem Finaleinzug“, so der Experte, der die WM für MagentaTV verfolgen wird. Sein Favorit für den Titel ist Spanien, der amtierende Europameister. Die WM verspricht Spannung pur – und Deutschland will mitmischen, auch ohne Lennart Karl.
