Mulder packt aus: so wild feierte schalke den aufstieg – und warum muslic der schlüssel war

05:30 Uhr im Parkstadion, 07:00 Uhr auf den Matratzen vor dem Campingbus – Youri Mulder hat die Nacht nach dem Bundesliga-Aufstieg von Schalke 04 durchgefeiert und dabei sogar sein Zelt zu Hause gelassen. „Meine Freundin kam vom Camping, so wie sich das für Holländer gehört“, lacht der Direktor Profifußball im SPORT1-Doppelpass und erntet bereits jetzt Kultstatus.

Warum miron muslic plötzlich jeder kennt

Der Niederländer schwärmt nicht nur von kurzen Nächten und kalten Matratzen – er macht klar, wer den Aufstieg wirklich möglich gemacht hat: Miron Muslic. Der 38-jährige Steirer übernahm im Sommer einen Verein mit ramponierter Seele und 700 000 Euro Ablöse aus dem belgischen Exil. Drei Jahre zweite Liga, zwölf Trainerwechsel in zehn Jahren – und dann das: 1:0 gegen Düsseldorf, 63 Punkte, Platz zwei. „Das Level seiner Arbeit war vom ersten Tag an ganz, ganz hoch. Nicht einen Tag schlechte Laune – das ist unglaublich“, so Mulder.

Der Dank richtet sich auch an Sportvorstand Frank Baumann, der sich gegen alle Stimmen aus dem Umfeld durchsetzte und in Muslic statt in einen weiteren Brandnamen investierte. Die Rechnung ging auf: Schalke spielt wieder Erstliga, Muslic gilt als heißer Kandidat für das Trainer-Team der Nationalmannschaft.

Die party, die keiner mehr vergisst

Die party, die keiner mehr vergisst

Um 23:47 Uhr pfiff Christian Dingert ab, um 23:48 Uhr tobten 62 000 auf dem Rasen. Spieler, Küchencrew, Putzteam – alle durften aufs Feld, alle bekamen ein Bier. „Wir haben mit den Leuten gefeiert, die den Laden am Laufen halten“, sagt Mulder. Kein VIP-Bereich, keine geschlossene Gesellschaft. Dafür umso mehr Choreo, Kettenrauchen auf der Südtribüne und ein kurzer Schlaf im Freien. „Kein Zelt, nur Matratzen – aber wir hatten alles dabei.“

Die Bilanz der Nacht: ein Tor von Kenan Karaman, ein Aufstieg, ein neuer Held namens Muslic – und ein Holländer, der sich an Matratzen und Meisterschale festhält. Gelsenkirchen hat wieder einen Fussball-Gott, und der kommt diesmal aus Österreich.