Mt melsungens coup: daniel dujshebaev kommt ablösefrei aus kielce
Die MT Melsungen schlägt wieder zu. Nachdem gestern das Ende von Alexandre Cavalcanti und Vlad Kulesh verkündet wurde, zieht der Klub am Freitag den nächsten Knaller: Daniel Dujshebaev unterschreibt bis 2029 – und kostet keinen Cent Ablöse.
Warum der europapokalheld nach hessen wechselt
Der 27-jährige Spanier verlässt Industria Kielce nach fünf gemeinsamen Jahren, in denen er zweimal das Champions-League-Finale erreichte, dreimal die polnische Meisterschaft holte und den EHF-Pokal gewann. Für Bundesliga-Verhältnisse ein außergewöhnlicher Lebenslauf – und trotzdem war er auf dem Markt. Der Grund: Kielce baut um, Dujshebaev hatte nur noch ein Jahr Vertrag und wollte sich nicht auf eine Bänker-Rolle versteifen. Melsungen nutzte die Situation, telefonierte heimlich seit Wochen mit seinem Berater und sicherte sich die Zusage, bevor der offizielle Transferfenster-Wahnsinn losbricht.
„Die MT hat einen spannenden Prozess angestoßen“, sagt Dujshebaev im Klub-Interview. Gemeint ist die offensichtliche Neuaufstellung: Jung, schneller, spanischer. Mit seinem Bruder Alex, der zum VfL Gummersbach wechselt, wird er auch in der Liga aufeinandertreffen – ein Duell, das die Fans schon jetzt im Kalender markieren.
Co-Trainer und Markenbotschafter Finn Lemke schwärmt: „Er macht seine Nebenleute besser.“ Gemeint ist die Spielintelligenz, mit der Dujshebaev die Abwehr vorverlegt, Lücken erkennt und den Ball im richtigen Moment abreißt. 83 Treffer in der letzten Champions-League-Saison sprechen für sich, 34 in der EM-Qualifikation für Spanien. Doch Zahlen allein erzählen nicht, warum dieser Transfer so brisant ist.

Was die verpflichtung über die statistik hinaus bedeutet
Melsungen hatte in den vergangenen Jahren das Problem, Spiele gegen tief stehende Abwehrreihen zu entscheiden. Die Lösung: ein Linkshänder, der aus neun Metern abdrückt, ohne vorher zu dribbeln. Dujshebaev trifft genau diese Lücke. Hinzu kommt seine Erfahrung aus Endspielen – ein Faktor, den Sportdirektor Pether angesichts des verpassten Pokalsiegs 2023 intern höher gewichtet als jeden Testspiel-Torschützenkönig.
Die Fans reagierten innerhalb von Minuten: Die Facebook-Seite des Klubs explodierte, TikTok-Videos mit dem Hashtag #DujshebaevDream sammelten binnen Stunden tausende Aufrufe. Die Message dahinter: Melsungen will nicht nur mitspielen, Melsungen will angreifen. Und das mit einem Spieler, der in Kielce gelernt hat, dass Titel kein Zufall sind.
Verabschiedet werden dafür Alexandre Cavalcanti und Vlad Kulesh. Beide erhielten keine neue Zusage, ihre Verträge laufen aus. Cavalcanti wechselt wahrscheinlich nach Frankreich, Kulesh kehrt nach Ungarn zurück. Für sie kommt jetzt ein Spanier, der in der Länderspielpause lieber Deutsch lernt, als nach Mallorca zu fliegen. Weil er weiß: In der Bundesliga zählt nur Konstanz, nicht Kurzurlaub.
Am Sonntag trägt Melsungen letztmalig in dieser Saison ein Testspiel. Daniel Dujshebaev wird nicht dabei sein – er muss in Kielce noch Umzugskartons packen. Aber ab 1. Juli steht er in der Halle, die er sich schon als Kind auf YouTube angesehen hat. Dann heißt es: Begrüßt den nächsten spanischen Zauberer. Und vergesst nicht, dass die MT damit nicht nur ein Gesicht, sondern eine ganze Familiendynastie verpflichtet hat. Die Daikin HBL bekommt ein Stück Europas mit nach Hessen – und Melsungen die Gewissheit, dass der Angriff 2025 nicht nachlässt, sondern erst richtig beginnt.
