Mt melsungen verliert absichtlich – und landet im viertelfinale beim traumgegner

25:34 gegen Skopje, Pfiffe statt Jubel, 2.129 Fans fühlen sich betrogen. Doch genau diese Pleite könnte die MT Melsungen ins Final Four in Hamburg katapultieren.

Der plan hinter der niederlage

Trainer Heiko Grimm schonte gegen Vardar seine Stars – Simic, Kastening, Kristopans saßen größtenteils draußen. Stattdessen lief der Co-Trainer auf. Die Logik: Gruppensieg bedeutet Montpellier im Viertelfinale, Rang zwei beschert FC Porto. Franzosen-Angst? Absolut. Die Härte der Liga 2.0 gegen portugiesischen Zweitligisten – das ist kein Zufall, sondern Kalkül.

Die Rechnung geht auf. Denn vor der Portokarte wartet noch Fredericia aus Dänemark, ein Klub mit Haushaltsklasse 3,5 Millionen Euro – ein Zehntel der MT-Budgets. Zwei Siege, Platz in der LANXESS arena, das Versprechen steht.

Fans toben – klub schweigt

Fans toben – klub schweigt

Im Forum „handball-ecke.de“ hagelt es Worte wie „Zuschauerbeschiss“. Instagram-Kommentare fordern Geld zurück. Die MT twittert nur Spielbericht, sonst nichts. Kommunikationsdesaster? Vielleicht. Aber intern heißt es: „Lieber jetzt böse Sprüche als im Mai Tränen wegen Montpellier.“

Die Zahl, die alles erklärt: 3. So viele Partien hat Montpellier in den letzten fünf Jahren gegen deutsche Teams verloren – von 18. Porto kassierte in derselben Zeit gegen Bundesligisten 8 Niederlagen bei nur 4 Erfolgen. Statistik statt Sentimentalität.

Der preis der taktik

Der preis der taktik

Kurzfristig: Imageverlust, Saisonkartenärger, mögliche Strafe der EHF wegen „nicht bestmöglicher sportlicher Ausrichtung“. Langfristig: Ticket fürs Halbfinale, TV-Geld plus 250.000 Euro Prämie. Wer da noch moralisiert, versteht nicht, dass Handball heute Schach auf Rasen ist – nur mit mehr Schweiß und lauteren Figuren.

Am 31. März in Fredericia werden die Stars wieder auflaufen. Dann wird gespielt, was vorher nur simuliert war: MT Melsungen – ganz heiß auf den ganz kurzen Weg nach Hamburg.