Mt melsungen entkommt der falle leipzig und hält european-league-traum am leben
Die MT Melsungen hat das verflixte sechste Spiel gegen den Tabellenletzten doch noch gewonnen – aber erst, nachdem Leipzig sie eine Halbzeit lang an der Gurgel hatte. 33:27 hieß es am Ende, 13:12 zur Pause. Die Nordhessen fuhren drei Punkte ein, die sich anfühlen wie sechs.
Leipzig legt los, als stünde der klassenerhalt auf dem spiel
Die Hausherren begannen mit einer Aggressivität, die Melsungens Trainer Michael Roth sichtbar nervös machte. Seine Sechs kamen nicht ins Tempo, Kreisläufer Philipp Müller verschoss zwei freie Bälle, Rechtsaußen Julius Kühn fand gegen Moritz Preuss kein Mittel. Leipzig lag zwischenzeitlich 8:4 – die Quittung gab’s auf der Bank: Roth wechselte dreimal in einer Minute. Die MT schlich sich mit einem Tor Rückstand in die Kabine.
Was danach passierte, war kein Handball-Wunder, sondern schlichte Effizienz. Melsungen stellte auf 5-1 um, Niclas Pieczkowski rückte in die Mitte, und plötzlich lief der Ball. Ferry Kästner traf dreimal vom Kreis, Kühn verwandelte zwei Strafwürfe in Serie – 18:15 in der 38. Minute, Leipzigs Kopf hing.

Die entscheidende phase dauert 120 sekunden
Bei 24:20 nahm MT-Kapitän Kühn sein zweites Timeout, obwohl seine Mannschaft gerade führte. Begründung: „Wir wollten das Spiel nicht offen halten, sondern abservieren.“ Es folgten zwei schnelle Gegenstöße, ein Siebenmeter und ein Kreislauf-Tor – 27:20. Die restlichen zehn Minuten waren reine Verwaltung. Leipzig warf sich noch einmal heran, aber Torhüter Jannik Kohlbacher hielt zweimal aus sieben Metern. Der Abpfiff befreite beide Seiten: die Gäste von der Angst, die Gastgeber von der Realität.
Die Zahl des Abends: 62 Prozent verwandelte die MT ihre zweiten Würfe – ein Wert, den es in dieser Saison so noch nicht gab. „Wenn wir die Bälle nicht aus der zweiten Welle machen, verlieren wir hier“, sagte Roth nach dem Spiel. „Heute haben wir sie gemacht. Deshalb fühlt sich der Sieg wie ein Schluck Wasser in der Wüste an.“
Mit dem Erfolg springt Melsungen auf Rang sieben und liegt nur einen Punkt hinter Frisch Auf Göppingen, dem letzten European-League-Platz. Noch drei Spiele, alles offen. Leipzig bleibt Letzter, neun Punkte hinter dem Relegationsplatz. Die Saison der Sachsen ist so gut wie gelaufen – die der Hessen beginnt gerade erst.
