Mr. hockey schweigt: zehn jahre ohne gordie howe
Vor zehn Jahren verstummte eine Legende. Am 10. Juni 2016 verstarb Gordie Howe, ein Name, der für eine Ära des Eishockeys steht, ein Mann, dessen Einfluss weit über die Eisflächen hinausging. Ein Abschied, der nicht nur die Detroit Red Wings und die NHL trauern ließ, sondern die gesamte Sportwelt.
Ein vermächtnis aus stahl und anmut
Gordie Howe, oft einfach nur „Mr. Hockey“ genannt – ein Titel, der ihm zutiefst würdig war – war mehr als nur ein Spieler. Er war eine Institution, ein Symbol für körperliche Stärke, unbändige Energie und eine Spielintelligenz, die seinesgleichen suchte. Bis zum Aufstieg von Wayne Gretzky herrschte Howe über das Eishockey, ein Phänomen, das Generationen von Spielern prägte und inspirierte.
Gretzky, der „Great One“, brach zwar viele von Howes Rekorden, doch einige blieben unerreicht. Seine 1767 NHL-Spiele – eine Zahl, die die Langlebigkeit und Beständigkeit dieser Athleten-Ikone unterstreicht – und seine 26 Profisaisonen sind bis heute unübertroffen. Auch bei den Karrieretoren (801) gehört er zu den Besten, ein Beweis für seine Vielseitigkeit und Torgefahr.
Es ist kaum zu überschätzen, welchen Einfluss Howe auf Gretzkys Karriere hatte. Der junge Gretzky orientierte sich an Howes Spielstil, übernahm sogar die legendäre Nummer 9 als Hommage an den Mann, den er als den größten Eishockeyspieler aller Zeiten betrachtete. Gretzky selbst würdigte Howe nach dessen Tod als „den nettesten Mann, den ich je getroffen habe“ – ein Zeugnis für den Charakter des Mannes hinter der sportlichen Leistung.

Die schattenseiten einer karriere
Howes Karriere war geprägt von unzähligen Triumphen, aber auch von einem hohen Preis. Die Härte des Sports, die körperlichen Strapazen und die fehlende Schutzausrüstung forderten ihren Tribut. 33 Jahre lang bestritt Howe Spiele ohne Helm – ein Fakt, der angesichts der heutigen Erkenntnisse über die Risiken von Kopfverletzungen erschreckend ist.
Bereits in jungen Jahren erlitt Howe schwere Gehirnerschütterungen, die ihn ein Leben lang begleiteten. Gedächtnisschwierigkeiten, psychische Probleme und schließlich die Diagnose Demenz zeugten von den langfristigen Folgen seiner Karriere. Seine Söhne Mark und Marty, ebenfalls NHL-Stars, pflegten ihn in seinen letzten Lebensjahren, ein bewegendes Beispiel für Familiensolidarität.

Ein held bis zum schluss
Selbst mit 52 Jahren kehrte Howe für ein letztes Mal aufs Eis zurück, ein Symbol für seine unbändige Leidenschaft für den Sport. Der Auftritt bei den Detroit Vipers in der IHL im Jahr 1997, bei dem er mit 69 Jahren noch einmal den Puck jagte, machte ihn zum einzigen Eishockeyprofi, der in sechs verschiedenen Jahrzehnten gespielt hat. Ein Vermächtnis, das in die Geschichte eingegangen ist.
Der Begriff „Gordie Howe Hattrick“ – ein Tor, eine Vorlage und eine Schlägerei – ist bis heute fester Bestandteil des Eishockey-Vokabulars. Howe selbst nahm die körperliche Komponente des Spiels in Kauf, betonte aber stets: „Hinterher waren wir wieder Freunde.“
Die Erinnerung an Gordie Howe lebt weiter – in den Herzen der Eishockeyfans, in den Rekordbüchern und in der geplanten Gordie Howe International Bridge, die bald Detroit und Kanada verbinden wird. Ein Denkmal für einen Mann, der das Eishockey geprägt hat wie kaum ein anderer.
