Mourinho-poker: benfica droht der abgang zum weißen ritter?
Lisboa bangt – und das nicht nur um die Meisterschaft. José Mourinho, der unangefochtene Starcoach des Benfica Lissabon, scheint dem Verlocken des weißen Ritters aus Madrid nicht widerstehen zu können. Während der Verein um Präsident Rui Costa alles daransetzt, ihn zu halten, tanzt Mourinho einen riskanten Poker mit dem Real Madrid.

Costa: „mourinho ist unser trainer – bis er uns das gegenteil beweist“
Die Lage ist delikat. Rui Costa, der Präsident des Benfica, hat in einem Interview mit RTP Notícias unmissverständlich klargestellt: „José Mourinho ist unser Trainer, bis wir etwas anderes erfahren.“ Er warnt Real Madrid: Mourinho gehört zum Benfica. Eine Ansage, die im Bernabéu-Stadion vermutlich nicht mit Jubel aufgenommen wird. Costa kündigte zudem an, mit der Benfica-Fangemeinde sprechen zu wollen, um eine Bilanz der Saison zu ziehen. Ein klarer Versuch, Ruhe und Zuversicht nach außen zu vermitteln, während intern die Verhandlungen auf Hochtouren laufen.
Doch die Realität sieht anders aus. Mourinho selbst bestätigte, dass zwischen seinem Berater Jorge Mendes und dem Real Madrid Gespräche stattfinden. „Es gibt ein ausgezeichnetes Angebot zur Vertragsverlängerung hier“, so Mourinho nach dem Sieg gegen Estoril, „aber es gibt auch Gespräche mit Jorge. Es hängt alles davon ab, was sie von mir erwarten. Nicht von den Euro, sondern von den Erwartungen, von der Arbeitsweise, die sie sich vorstellen.“
Die Forderungen des Spezialen sind bekannt: Einfluss auf Kaderentscheidungen, freie Hand bei der taktischen Ausrichtung. Kann der Real Madrid diese erfüllen? Und will Mourinho überhaupt nur Geld? Die Zahl der Kontakte zwischen Mendes und den Verantwortlichen in Madrid deutet auf ein ernsthaftes Interesse hin.
Marco Silva, der aktuelle Trainer von Fulham, wird dabei als möglicher Nachfolger gehandelt. Doch Costa schließt eine solche Personalrochade vorerst aus: „Ich habe nicht über Alternativen nachgedacht, solange Mourinho unser Trainer ist.“ Ein klares Bekenntnis, das jedoch angesichts der Entwicklungen brüchig wirkt.
Mourinho selbst scheint sich noch nicht entschieden zu haben. „Ab Montag kann ich mehr sagen“, deutete er an. „Es ist richtig, dass ich noch nicht mit Florentino Pérez gesprochen habe, aber mein Berater ist in Kontakt.“ Ein Poker, der sich bis zum Schluss hinziehen könnte. Benfica muss sich darauf einstellen, dass der Special One bald das Ruder an jemand anderen übergeben könnte – und die Frage ist, ob sie bereit sind, diesen Preis zu zahlen.
Die Entscheidung liegt nun bei José Mourinho. Und die Welt des Fußballs hält den Atem an.
