Mourinho zittert: drei roma-stars kurz vor k.o. – dybala sagt bye

Rom – Kurz vor dem Topspiel gegen Bologna müssen die Friedkins mit der Zange greifen. Zeki Çelik, Gianluca Mancini und Manu Koné absolvierten am Montag ein individuelles Belastungsprogramm, weil ihre Knochen und Bänder bereits Risse zeigen. Trainer José Mourinho darf sie wohl nur mit Kohletabletten einsetzen, sonst droht Totalabsturz.

Knie, leiste, psyche – alles im rotbereich

Der türkische Außenverteidiger Çelik hat seit Wochen eine Leistenprellung, die sich bei jedem Sprint wie ein Messerstich anfühlt. Mancini spielt seit Februar mit einem irritierten Knie, Konés Adduktoren sind dank 2.100 gespielten Minuten so dünn wie Overheadfolie. Die medizinische Abteilung setzte deshalb auf „Load-Management“: 48 Stunden vor Anpfiff noch kein Mannschaftstraining, stattdessen Laufbänder, Rehaschlitten und Eis. Der Klub spricht offiziell von „Prävention“, intern heißt es: ‚Wenn einer von denen fällt, stehen wir mit 18 Feldspielern da.‘

Dazu die emotionalen Brände: Paulo Dybala wird nach Ostern wohl zum letzten Mal die Kapitänsbinde tragen. Der Boca-Kader ist bereits zusammengestellt, Ehefrau Oriana Sabatini postet seit Tagen nur noch Bilder von Buenos Aires. Die Scudetto-Legende endet als Marketing-Gag. Soulé fehlt wegen einer Leisten-OP bis zur Winterpause, also wird das ‚Argentinische Trio‘, das Mourinho einst als „Zukunft Roms“ bezeichnete, zur Geisterformation.

Friedkin junior schickt signal aus der vip-loge

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Ryan Friedkin, Sohn des Hauptinvestors, wird erstmals seit Wochen wieder auf der Tribune sitzen. Kein Zufall: Gegen Bologna geht es um die letzte realistische Chance, die Champions-League-Ränge zu erreichen. Verliert Roma, liegt der Rückstand auf Rang vier bei neun Punkten – bei noch acht Spieltagen wäre das K.o. vorprogrammiert. Der 28-Jährige will die Mannschaft „spüren lassen, dass die Eigentüfer hinter dem Team stehen“, wie es im Verein heißt. Kritiker wittern Image-Korrektur nach dem Negativlauf.

Die Zahlen sind gnadenlos: Roma kassierte in den letzten fünf Partien nur einen Punkt, die xG-Differenz (Torgefahr minus Gegentorgefahr) ist mit minus 4,7 das schlechteste Serie-A-Bundesliga-Top-8-Value. Mourinho forderte deshalb „blutige Intensität“, doch wenn die Drei-Bank bereits auf Sparflamme kocht, wird aus Leidenschaft schnell Lähmung.

Entscheidend wird, ob Çelik seine Schmerzgrenze am rechten Flügel überwindet. Sein Backup Karsdorp ist selbst noch nicht vollständig genesen, Rüdiger-Bibiana links ist defensiv unerfahren. Bolognas Orsolini und Saelemaekers lieben Räume gegen lahme Außenverteidiger. Sollte Mancini ausfallen, rückt 19-jähriger Ndicka nach – ein Debüt unter höchstem Druck. Koné wiederum ist der einzige Sechser, der sich in Ballbesitz nicht versteckt. Ohne ihn bleibt nur Cristante, der in der eigenen Hälfte 40 Prozent seiner Pässe rückwärts spielt.

Kurz: Mourinho muss gewinnen, hat aber keine gesunden Waffen. Die Friedkins investierten seit 2020 über 400 Millionen Euro, stehen aber mit Roma nur einen Punkt vor dem siebten Platz. Das nächste Mal, wenn jemand im Kolosseum von „Projekt“ spricht, lautet die passende Antwort: drei Medizinbälle und ein Abschiedsbrief.