Mourinho wirft prestianni raus: rassismus-eklat spaltet benfica

José Mourinho hat die Bombe gezündet: Gianluca Prestianni darf bei Benfica wohl das Trikot nie wieder überstreifen. Der Coach erklärte am Sonntag, der Argentinier habe keine Zukunft mehr in Lissabon, sollte sich der Verdacht auf rassistische Beleidigungen gegen Vinícius Junior bestätigen.

Mourinho zieht die reißleine

Der Vorfall im Playoff-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid war nur Sekunden lang, reicht aber nun, um eine Karriere zu beenden. Prestianni soll den Brasilianer nach dessen Tor verbal attackiert haben – das Trikot vors Gesicht gezogen, damit keine Kamera die Worte liest. Die UEFA sperrte ihn sofort, das Rückspiel saß er bereits auf der Tribüne. Mourinho aber ging weiter: „Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, ist seine Karriere unter mir und bei Benfica vorbei.“

Die Worte des Portugiesen klingen wie ein Schulterschluss mit Vinícius, doch sie sind auch eine Flucht nach vorn. Denn zuvor hatte Mourinho selbst für Empörung gesorgt, als er den Torjubel des Brasilianers als „provokant“ bezeichnete und damit die Schuld teilweise umkehrte. Ein Satz wie ein Brandsatz: „Die größte Legende von Benfica ist schwarz – Eusébio.“ Als Argument gegen Rassismusvorwürfe? Kompany pflanzte sich öffentlich dagegen, nannte das „inakzeptabel“.

Benfica steht am scheideweg

Benfica steht am scheideweg

Der Klub schwankt zwischen Imagepflege und Pragmatismus. Prestianni war teuer, 18 Millionen Euro Ablöse, ein Zukunftsprojekt. Jetzt ist er ein PR-Desaster. Die Fans sind gespalten: Die einen fordern Nulltoleranz, die anderen sprechen von „Medienhetze“. Doch die UEFA-Untersuchung läuft, und Mourinho hat schon mal das Szenario durchgespielt: Kein Training, kein Kader, kein Platz – Prestianni dürfte schon jetzt woanders nach einer neuen Perspektive suchen.

Der Argentinier schweigt bislang. Sein Berater kündigte an, „alle rechtlichen Schritte“ prüfen zu wollen. Doch selbst wenn die Disziplinarkammer letztlich nur eine Geldstrafe verhängt: Mourinho hat die Tür zugeworfen. In Lissabon zählt jetzt nur noch ein Satz: Wer die Werte des Klubs bricht, fliegt.

Am Ende bleibt ein bitterer Beigeschmack. Vinícius Junior traf, feierte – und wurde abermals zum Symbol eines Systems, das sich selbst überfordert. Prestianni wird als nächster Fallstudie in Diversity-Schulungen dienen. Mourinho aber hat seine Meisterleistung bereits vollbracht: Er lenkte die Debatte weg vom System und hin zum Einzelschicksal. Prestianni ist weg, das Problem bleibt.