Mourinho steht vor madrid-comeback: florentino macht den weg frei
José Mourinho wird Trainer
von Real Madrid – und das nicht irgendwann, sondern binnen Tagen. Die Rückkehr des Portugiesen gilt im Bernabéu als beschlossene Sache, die letzten Prozentpunkte fehlen nur noch, weil der Klub den offiziellen Befreiungsschlag aus Lissabon abwartet. Drei Millionen Euro Ablöse an Benfica, ein Handschlag, fertig.Warum ausgerechnet mourinho – und warum jetzt
Die Antwort liegt im Krawall, den Florentino Pérez hinter den Kulissen nicht mehr kontrollieren kann. Tchouaméni und Valverde lieferten sich nach dem Pokal-Aus in Oviedo eine handfeste Auseinandersetzung, Kylian Mbappé schmiss anschließend sogar die Flasche Richtung Interimscoach Álvaro Arbeloa. Ein Klub, der in dieser Saison schon drei Trainer verbraucht hat, sucht nicht nach Taktik-Finesse, sondern nach einem Schiedsrichter mit Durchsetzungsvermögen. Mourinho ist der einzige Name, der in den Kabinengängen noch Respekt erzeugt.
Die Konkurrenz ist längst ausgeschaltet. Mauricio Pochettino und Didier Deschamps bekamen keine Rückrufe mehr, nachdem Mourinho sich Anfang Woche signalisiert hatte, dass er sofort verfügbar ist. Seine eigene Pressekonferenz in Lissabon ließ keinen Zweifel: „Ich habe nicht mit Madrid gesprochen, danach bin ich frei.“ Der Satz klang wie ein offizielles Verhandlungsangebot – und wurde im selben Moment im 23. Stock des Bernabéu zur Kenntnis genommen.

Das wahlmanöver ist nur formsache
Florentino hat den Wahlausschuss für die Präsidentschaftswahl erst am Dienstag eröffnet, doch die Statuten erlauben laufende Personalentscheidungen. Mourinho wird nicht auf den Wahlausgang warten; er unterschreibt, sobald die Saison am 23. Mai offiziell endet. Dann dauert es keine 48 Stunden, bis der Klub das Logo mit dem neuen Coach präsentiert. Die Kaderplanung läuft bereits parallel: der Starcoach bekommt Vetorecht bei jedem Transfer, eine Machtfülle, die selbst Carlo Ancelotti nie besaß.
Die Argumentationslinie des Präsidenten ist simple. „Er hat unser Niveau angehoben“, sagte Pérez in der jüngsten TV-Runde – ein Verweis auf die Jahre 2010 bis 2013, aus denen später die vier Champions-League-Titel in fünf Saisons folgten. Die Rechnung: Ein kurzer Schock, um danach wieder die europäische Spitze zu erobern. Ob die Spieler das mittragen? Die Frage stellt sich nicht, sie werden keine Wahl haben.
Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt
