Motiejunas packt aus: so blockierten die klubs die nba-offensive
Paulius Motiejunas musste gehen, weil er die 13 Eigentümer nicht vor die Tür setzen wollte. Der Ex-EuroLeague-CEO liefert im ersten Gespräch nach seinem Rücktritt den Beweis: Die heißeste Basketball-Fusion aller Zeiten scheiterte an purem Stolz – und an Milliarden, die nicht reichten.
„Du kannst nicht einfach anteilseigner rausschmeißen“
Die NBA hatte alles berechnet: acht Clubs, cleanes Set-up, Revenue-per-Fan statt Pyro-Choreo. Die Antwort der EuroLeague kam per Fax: 13 Teams oder nichts. Motiejunas sitzt in der Kaunas-Sonne und erklärt, warum die 26-jährige DNA der Königsklasse stärker ist als Silvers Geldregen. „Wenn du Barcelona, Olympiaikos und Milan abschiebst, sprengst du die Liga“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass er recht behält.
Die Klubs legten nach dem Final Four 2025 zwei Gegenkonzepte vor – mehr Spieltage, mehr Stimmen, mehr Macht. Silver lehnte ab. Daraufhin verhärteten sich die Fronten, und die FIBA schaltete sich ein. Andreas Zagklis flog zwischen New York und München, aber selbst der Generalsekretär konnte die Schere nicht schließen. „Wir haben Türen aufgemacht, doch sie standen nur auf Klinke“, sagt Motiejunas und lacht bitter.

Die 20-mann-liga war nur ein ablenkmanöver
Während alle über Dubai und die Expansion diskutierten, lief im Hintergrund der wirkliche Deal. Die NBA wollte eine Insel, nicht den ganzen Kontinent. Motiejunas bestätigt erstmals, dass die Amerikaner nie ernsthaft über 20 Teams verhandelten – das war internes Marketing, um die Medien bei der Stange zu halten. „Wir haben den Nahen Osten geöffnet, um Druck auf die NBA auszuüben“, sagt er. „Am Ende war der Druck zu groß für mich.“
Jetzt sitzt ein Doppelagent in seinem Büro: der neue CEO kennt Silver und die EuroLeague-Charta wie seine Westentasche. Motiejunas glaubt nicht an Sabotage, aber er warnt: „Wenn acht Klubs individuell unterschreiben, gibt es keine Liga mehr – nur noch ein Start-up mit Namensschild.“

2027 Droht das chaos
Die Uhr tickt. Silver will 2027 starten, die EuroLeague plant schon die Saison 2026/27 ohne NBA-Logo. Motiejunas sieht fünf Parallel-Ligen aufziehen: ACL, BCL, Adriatische Liga, neue NBA-Europe und die reduzierte EuroLeague. „Dann haben wir jedes Wochenende ein Finale – und kein Mensch schaut mehr zu“, sagt er. Die Lösung sei einfach, aber brutal: gemeinsame TV-Rechte, gemeinsamer Kalender, gemeinsame Vermarktung – und ein Abstiegssystem, das auch die heiligen 13 trifft.
Er steht auf, zieht die Jacke an. Der litauische Sommerwind weht durch das offene Fenster. „Ich habe keinen Job mehr, aber ich habe meine Stimme behalten“, sagt er. Und dann kommt der Satz, der die nächsten Monate durchsickern wird: „Wenn die NBA wirklich nach Europa will, muss sie unsere Kultur kaufen – nicht nur unsere Arenen.“
