Motiejunas kritisiert nba-pläne für europa und zweifelt an realisierbarkeit
Motiejunas äußert sich erstmals öffentlich
Paulius Motiejunas, der überraschend von seiner Position als CEO der EuroLeague zurückgetreten ist, hat sich nun zu Wort gemeldet. In einem Interview mit dem litauischen Sender LRT erneuerte er seine Kritik an den Plänen der NBA, eine europäische Tochterliga zu gründen, und äußerte erhebliche Zweifel an der Durchführbarkeit des Projekts. Motiejunas führte die EuroLeague von 2022 bis 2026, bevor sein Mandat im Januar vorzeitig beendet wurde.

Entlassung und hintergründe
Die 13 A-Lizenzinhaber der EuroLeague hatten sich einstimmig für die Auflösung seines Vertrags ausgesprochen. Über die genauen Gründe seiner Entlassung wollte Motiejunas nicht spekulieren, deutete aber an, dass die Diskussionen um die NBA-Pläne eine Rolle gespielt haben könnten. Er betonte, dass es innerhalb des europäischen Basketballs – sowohl auf Seiten der NBA als auch der FIBA – große Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinen gibt.
Kritik am nba-projekt
Motiejunas gilt als ausgesprochener Kritiker der geplanten europäischen NBA-Liga. Ingo Weiss, Schatzmeister der FIBA, hatte zuvor behauptet, dass Motiejunas’ EuroLeague die Verhandlungen über eine mögliche Kooperation mit der NBA zum Scheitern gebracht habe. Dem widersprach Motiejunas nun entschieden. Er sieht eine Zusammenarbeit als den einzig gangbaren Weg, um den europäischen Basketball weiterzuentwickeln.
Vereinigung statt neugründung
„Die Gründung einer neuen Liga muss durch Vereinigung und Zusammenarbeit erfolgen, nicht durch die Schaffung von etwas Neuem“, so Motiejunas. Er kritisierte die Verantwortlichen des NBA-Projekts scharf und warf ihnen eine „völlig andere“ Sichtweise auf das Geschäft in Europa vor. Er bezweifelt, dass die NBA die europäischen Gegebenheiten versteht.
Zweifel am startdatum
Auch das kolportierte Startdatum im kommenden Jahr hält Motiejunas für unrealistisch. “Ich halte das für unrealistisch. Mindestens sechs Teams von Grund auf neu zu gründen ist nicht einfach – Arenen zu bauen ist noch schwieriger. Nicht alle Städte, die sie im Auge haben, verfügen über passende Arenen.” Er fügte sarkastisch hinzu: „Wir entwickeln den Basketball seit 26 Jahren weiter. Aber vielleicht wissen wir etwas nicht, was sie wissen. Vielleicht ziehen sie noch einen Hasen aus dem Hut.“
Unterschiedliche standards
Die Unsicherheit sei genau das, was aktuell Zweifel sät. „Unsere und ihre Standards sind radikal unterschiedlich“, betonte Motiejunas. Er betonte die langjährige Erfahrung und Expertise im europäischen Basketball und hinterfragte, ob die NBA diese ausreichend berücksichtigt. Die Diskrepanz in den Ansätzen könnte das Projekt gefährden.
Mögliche nba-teilnahme deutscher teams?
Die Frage, ob deutsche Teams wie der FC Bayern München an einer NBA-Europe-Liga teilnehmen könnten, ist derzeit offen. Es gibt große Hürden, sowohl organisatorischer als auch finanzieller Natur. Die Anpassung an die NBA-Regeln und -Standards würde eine erhebliche Umstellung für die europäischen Vereine bedeuten. Die Zukunft des europäischen Basketballs bleibt somit ungewiss.
