Montréal: antonelli fordert russell heraus, hamilton strahlt!

Die Luft in Montréal knisterte förmlich – nicht nur wegen der Hitze. Kimi Antonelli, der junge Mercedes-Pilot, hat im Qualifying und Rennen George Russell ordentlich das Leben schwer gemacht, während Lewis Hamilton endlich den ersehnten Podestplatz feiern konnte. Doch hinter diesen Glanzlichtern verbirgt sich ein McLaren in der Krise und ein Audi, dem das Glück weiterhin fernbleibt.

Antonelli: der welpe mit dem löwenherz

Toto Wolff hatte es bereits angedeutet: Kimi Antonelli mag äußerlich bescheiden wirken, doch unter der Oberfläche brodelt ein enormer Ehrgeiz. Der 19-Jährige lieferte sich mit George Russell ein intensives Duell, das die interne Rivalität bei Mercedes weiter anheizt. Es war keine perfekte Vorstellung des jungen Italieners, aber er zeigte Überzeugung und ließ am Funk spüren, dass er sich bei Mercedes durchsetzen will. Das ist die Haltung eines Weltmeisterschaftskandidaten – und gleichzeitig ein Katalysator für weitere Spannungen im Silberpfeil-Team.

Hamiltons comeback: ein triumph der harten arbeit

Hamiltons comeback: ein triumph der harten arbeit

Lewis Hamilton konnte sein Grinsen kaum verbergen. Der zweite Platz in Montréal war mehr als nur ein Podestplatz; es war die Bestätigung harter Arbeit und ein Zeichen des Comebacks. Nach einem enttäuschenden ersten Jahr bei Ferrari, in dem er ohne Podest blieb, steht Hamilton 2026 bereits zweimal auf dem Treppchen. „Ich kann gar nicht erklären, wie tief wir graben mussten, um so eine Leistung herauszuholen“, so der 41-Jährige. Der Optimismus ist zurückgekehrt, und der bevorstehende Grand Prix in Monaco, auf dem Motorleistung nicht entscheidend ist, könnte für Ferrari eine weitere Chance sein. „Das wird Spaß machen“, grinste Hamilton.

Mclaren: ein sonntag zum vergessen

Mclaren: ein sonntag zum vergessen

Während Hamiltons Erfolg in Montréal ein Lichtblick war, offenbarte er gleichzeitig die Schwächen von McLaren. Die verfehlte Strategie mit den Intermediates auf fast trockener Strecke war der Anfang vom Ende eines miserablen Rennens. Lando Norris‘ Auto kämpfte mit technischen Problemen, Oscar Piastri leistete sich einen unnötigen Fehler und kassierte eine Strafe. Gerade erst hatte McLaren in Miami ein starkes Wochenende hingelegt, doch Montréal war ein deutlicher Rückschlag für die Ambitionen des Teams.

Audi: hülkenbergs fluch geht weiter

Audi: hülkenbergs fluch geht weiter

Für Nico Hülkenberg scheint es ein böses Erwachen zu sein. Der elfte Startplatz ist mittlerweile zur Gewohnheit geworden, doch die Punkteränge bleiben unerreichbar. In Montréal zeigte sich erneut, dass bei Audi schlichtweg zu viel schiefgeht. Auch Audi entschied sich für Intermediates, und Hülkenberg musste frühzeitig auf Slicks wechseln. Am Ende wurde er Zwölfter – hätte es der Fehlstart nicht gegeben, wäre vielleicht der erste Punkt für Audi in dieser Saison möglich gewesen. Die Ironie des Schicksals ist kaum zu überbieten.