Montella enthüllt: türkei plant trainingslager in der wüste – und träumt vom wm-sensation!
Mailand – Vincenzo Montella, der neue Coach der türkischen Nationalmannschaft, hat in einem exklusiven Gespräch mit der Gazzetta dello Sport überraschende Einblicke in die Vorbereitung seines Teams auf die Weltmeisterschaft gegeben. Zwischen Hitze und Kälte, zwischen Wunschdenken und pragmatischen Überlegungen – Montella zeichnet das Bild einer Mannschaft im Umbruch, die es trotz aller Widrigkeiten wagen will, Geschichte zu schreiben.
Die ungewöhnliche wahl des trainingsorts: 42 grad in arizona
Die Vorbereitungsphase der türkischen Nationalmannschaft beginnt in Phoenix, Arizona, wo die FIFA ein Trainingslager mit Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius organisiert hat. Ein Wechselbad der Gefühle, denn direkt im Anschluss geht es nach Vancouver, Kanada, wo deutlich kältere Temperaturen herrschen. „Laut Studien sollte der Wechsel von Hitze zu Kälte für die Mannschaft vorteilhaft sein“, erklärt Montella, „aber letztendlich hängt viel von der Verfassung der Spieler abhängen.“
Der italienische Trainer, der bereits als Spielertrainer bei Adana Demirspor Erfolge feierte und nun als „Genie“ gefeiert wird, nachdem er die türkische Nationalmannschaft nach 24 Jahren wieder zur WM führte, blickt zurück auf den entscheidenden Sieg in Kosovo: „Dieser Moment war der größte Erfolg meiner Karriere.“

Calhanoglu: der verlorene regisseur?
Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kapitän Hakan Çalhanoğlu. Der Inter-Star kämpft mit einer Verletzung, doch Montella zeigt sich optimistisch: „Ich habe ihn in guter Stimmung gesprochen und vertraue darauf, dass er bald wieder regelmäßig trainieren kann. Çalhanoğlu ist ein außergewöhnlicher Spieler, ein Dirigent, der auf dem Platz fehlt, wenn er nicht dabei ist.“ Sein Vertrag bei Inter wird verlängert, und die Spekulationen um einen möglichen Wechsel gehen weiter.
Auch der verletzte Celik, der zum 30. Juni ablösefrei ist, wird von Montella’s Vertrauen begleitet: „Er ist ein ungemein wertvoller Spieler, vielseitig einsetzbar und immer zuverlässig.“

Spalletti und die zukunft des italienischen fußballs
Montella äußerte sich auch zur Situation im italienischen Fußball und zeigte Verständnis für die Trennung zwischen Ranieri und Gasperini. „Ich möchte mich hier nicht festlegen, aber es ist schade für alle Beteiligten“, so der Coach. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung von Yildiz, der bei Juventus Turin beeindruckt: „Er hat sich enorm verbessert und hat das Potenzial, noch mehr zu leisten. Mit Spalletti als Trainer hat er optimale Voraussetzungen.“
Neben der Freundschaft zu Spalletti, spricht Montella auch seine Bewunderung für Matarazzo aus, den Trainer der Real Sociedad, der gerade die Copa del Rey gewonnen hat. „Seine Geschichte ist faszinierend, und ich bin gespannt, wie sich seine Karriere entwickelt.“

Die sehnsucht nach italien und die suche nach leidenschaft
Montella gesteht ein, dass er manchmal das Gefühl hat, in einem Hotel aufzuwachen und sich zu fragen, wo er sich gerade befindet. Doch die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, bereut er nicht: „Ein Wechsel ins Ausland bereichert einen sowohl beruflich als auch menschlich. Vielleicht werde ich eines Tages wieder in Italien arbeiten, aber im Moment bin ich in der Türkei sehr glücklich und habe meine Leidenschaft für den Fußball neu entdeckt.“
Die fehlenden TV-Einnahmen und die veralteten Stadien sind für Montella ein weiteres Problem für den italienischen Fußball. „Die Stadien haben einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung des Fußballs. Moderne, vollere Stadien ziehen Investoren an.“
Als krönender Abschluss der Diskussion, äußert Montella seinen Optimismus bezüglich der Möglichkeit, dass Pep Guardiola eines Tages die italienische Nationalmannschaft trainiert: „Warum nicht? Guardiola ist so intelligent, dass er alles erreichen kann.“
