Modric schreibt mit 40 noch weltmeister-geschichte – kroatiens mutige zukunft startet heute

40 Jahre alt, frisch operiert, trotzdem wieder dabei: Luka Modric führt Kroatien zum fünften WM-Turnier, während der Rest eines glorreichen Teams längst in den Ruhestand geschickt wurde. Zwei Jahre nach der bitteren Gruppen-Ausscheidung bei der Euro kehrt die kroatische Selektion mit einer Mischung aus Altstar, Comeback-Kandidaten und Teenagern zurück, die alles versprechen – nur keine Langeweile.

Der alte kapitan und seine jungen wilden

32 von 33 Serie-A-Spielen in dieser Saison gespielt, dann Pómulo gebrochen – Milan wankt ohne ihn auf Rang fünf. Doch Modric lässt sich nicht bremsen: Arzt okay, Flug gebucht, Koffer gepackt. An seiner Seite begleiten ihn Kovacic, der bei Manchester City die Bank ins Schwitzen bringt, und Perisic, der sich in Eindhoven wieder aufrappelt. Die junge Garde trägt andere Namen: Gvardiol war in England lange verletzt, Petar Sucic feiert sein Debüt mit dem Nachnamen, der schon Geschichte schrieb. Sein Cousin Luka Sucic spielt bei Real Sociedad und soll das neue Herz des Mittelfelds werden.

Die Abwehr krempelt Trainer Zlatko Dalic um wie eh und je. Caleta-Car riss sich beim Basken-Derby das Kreuzband – seine Teilnahme steht auf Messers Schneide. Dafür winkt Luka Vuskovic, 18, gerade von Hamburg nach London versetzt, die Chance auf die große Bühne. Stanisic bringt Triple-Erfahrung aus München mit, Baturina aus Como die Lust auf Dribblings, die man in Zagreb seit langem vermisst.

Gruppe l: england wartet, ghana droht, panamá lockt

Gruppe l: england wartet, ghana droht, panamá lockt

Los geht’s am 17. Juni gegen England, drei Tage später trifft Kroatien auf Panamá – eine Revanche für das 0:3 von 2018 steht im Raum. Zum Abschluss wartet Ghana, ein Gegner, der ebenfalls nur Siege zählt. Dalic hat seine 26-Kader-Liste längst fixiert, doch die „Reservegruppe“ um Majer und Smolcic trainiert noch mit, falls jemand abspringt.

Die Torhüterfrage ist klar: Livakovic bleibt die unumstrittene Nummer eins, Kotarski und Pandur warten geduldig. In der Offensive setzt Dalic auf Budimir aus Pamplona und den wieder genesenen Kramaric. Musa und Matanovic sollen für frische Tore sorgen – beide kennen nur noch Befreiungsschläge.

Die Generation 2018 ist Geschichte. Was bleibt, sind der ewige Ballverliebte Modric und die Angst der Gegner, dass er auch mit 40 noch zaubern kann. Kroatien reist nicht als Favorit, aber mit der unbeirrbarsten Motivation der letzten 20 Jahre. In 89 Tagen in den USA, Mexiko und Kanada wird sich zeigen, ob diese Mischung reicht, um die eigene Legende fortzuschreiben.