Modric dreht zum derby auf: 41 und noch längst nicht fertig
Luka Modric hat das Derby gespielt, als wäre es sein erstes. Dabei war es sein 27. in Serie A – und vielleicht das eindrucksvollste. Mit 41 Jahren, zwei Tagen nach seinem Geburtstag, lenkte er Milan 70 Minate lang wie ein Dirigent, bevor Stefano Pioli ihn schonte. Die Kurve applaudierte, die Gegner atmeten auf, und Inter musste zusehen, wie ihr Mittelfeld an ihm zerbarst.

Die zahl, die niemandem auffällt
Modric erzielte keine Tore, lieferte keine Assists. Dennoch führte er alle Statistiken an: 94 % Passquote, 13 gewonnene Zweikämpfe, 7 Balleroberungen – und ein Lächeln, das selbst die Curva Nord kurz verstummen ließ. „Er spielt Fußball, als wäre es Schach“, sagte Pioli nach dem 2:1. „Nur dass seine Figuren fliegen.“
Die Aura des 41-Jährigen ist längst Teil von Milans Saisonplan. Mit Blick auf das Champions-League-Viertelfinale gegen Paris wird Modric zur Drehscheibe. Die Physiotherapeuten haben ihm ein individuelles Mikro-Programm verpasst: kein Aufwärmtraining vor Kaltspülung, dafür 20 Minuten Sensorik-Balance mit Vibrationsplatten. Er nennt es „mein kleines Geheimnis, damit die Knochen jung bleiben“.
Inter mag die Tabellenführung haben, Lautaro die Tore, Sommer die Zu-Null-Serie. Milan aber hat das Tempo, wenn Modric den Ball anschmeisst. Ein Gegner aus der Liga scherzte nach dem Derby: „Wir haben versucht, ihn zu pressen – er hat uns einfach angezogen und wieder losgelassen, wie ein Lehrer seine Schüler.“
Die Frage ist nicht mehr, ob Modric nächste Saison weitermacht. Die Frage ist, wie lange der Gegner noch mitmacht. Bis dahin zählt nur eines: Wenn Luka spielt, tickt die Uhr anders – und Milan mit ihr.
