Mkhitaryan zittert: muskelproblem droht inter-startelf weitere lücke zu reißen
Ein Muskelzucken, und plötzlich steht das Mittelfeld von Inter Mailand wieder Kopf. Henrikh Mkhitaryan, 37 Jahre alt, zuletzt gegen Atalanta als Joker die Ruhe selbst, muss am Freitag zur MRT – und womöglich auf die Bank in Florenz. Für Trainer Cristian Chivu ist das mehr als nur ein Ausfall, es ist ein Signal: Das scheinbar unantastbare Zentrum der Nerazzurri brockelt.
Alt, aber unersetzlich – das dilemma oaktree
Der armenische Jahrgang 1989 läuft am 30. Juni aus. Wer ihn verlängert, bricht mit der jünger-frischer-DNA, die Investor Oaktree seit der Übernahme predigt. Wer ihn ziehen lässt, verliert den einzigen Mittelfeldspieler, der in den letzten 270 Minuten Punkte rettete: Tor gegen Lecce, Vorlage auf Dimarco in Genua, 1:0-Siege, die am Ende Meisterschaften entscheiden.
Die Zahlen sind hart: Seit Jahresbeginn absolvierte Mkhitaryan 1.124 Spielminuten, mehr als Calhanoglu (895) und Barella (769) zusammen. Seine Passquote liegt bei 93 %, in der gegnerischen Hälfte sogar bei 89 % – Werte, die bei Inter nur noch Zielinski toppt. Doch der Pole ist allein, zu allein.

Chivus siebenköpfiges rätsel – nur einer strahlt
Der Plan klang einst nach Luxus: Calhanoglu als Regisseur, Barella als Antrieb, Zielinski als Turbo, Fratesi als Runner. Realität nach 29 Spieltagen: Calhanoglu hamstring-empfindlich, Barella formtief, Fratesi marginalisiert, Diouf noch ein Phantom. Übrig bleibt ein Zielinski, der dribbelt, aber nicht verteidigen soll, und ein Mkhitaryan, der verteidigt, aber nicht mehr sprinten darf.
Die Alternativen? Oaktree wird keinen 38-Jährigen mit Topgehalt einplanen, doch auf dem Markt kostet ein vergleichbarer „Box-to-Box-Gehirne“-Spieler mindestens 25 Millionen plus 4 Millionen Netto-Jahresgehalt. Ein Nebenkriegsschauplatz entsteht parallel: Welcher Jungspieler schließt sich freiwillig einem Klub an, der selbst seine Routiniers nicht schützen kann?
Derweil tickt die Uhr bis Florenz. Ohne Mkhitaryan droht Chivu erneut ein 3-5-2 ohne Mittellinie, denn auch Thuram fehlt als Backup-Antrieb. Die Lösung wird wohl lauten: Zielinski tiefer, Barella nach rechts, Asllani ins Zentrum – ein Kompromiss, der keiner ist.
Inter kann Scudetto Nummer 21 nur dann realistisch planen, wenn der vermeintliche Übergangsspieler doch wieder spielt. Die Ironie: Je älter Mkhitaryan wird, desto jünger wirkt seine Bedeutung.
