Mittwoch kommt die bombe: formel 1 verliert 400 millionen durch saudi-aus
Kein Heulen, kein Bremsen – die Formel 1 muss ihre zweitlukrativste Region ad acta legen. Bahrain und Dschidda fallen aus, 400 Millionen Dollar Honorare plus TV- und Sponsorengelder versickern im Persischen Golf. Grund: Die iranische Konfliktzone dehnt sich aus, auch die Streitkräfte der Golfmonarchien stehen in Alarmbereitschaft. Für Liberty Media beginnt die Saison 2026 mit einem blutroten Minus.
Warum der ausfall mehr wehtut als ein corona-jahr
Die Zahlen sprechen, sie schreien fast. Pro Grand Prix kassiert die Liberty-Kasse rund 65 Millionen Dollar Organisationsgebühren. Saudi-Arabien legt obendrauf: 55 Millionen „Promoter Fee“ plus Baukostenzuschuss für die 6,2 Kilometer lange Corniche-Strecke. Bahrain zahlt zwar weniger, dafür aber zusätzliche TV-Werbung, die das Königshaus selbst bucht. Addiert: 180 Millionen reine Startgebühren, 220 Millionen induzierte Werbegelder, Sponsoring und Hospitality. Weg, in einem einzigen Krisen-Fax.
Die TV-Rechte werden kippen. Sky Arabia, MBC und beIN Sports haben Mittelost-Pakete für 1,4 Milliarden Dollar über fünf Jahre unterschrieben – bei zwei Rennen weniger droht Rabatt-Staffelung. Die Logistikkette kostet Extra: Motoren, Tankflugzeuge, Cargo-Boeing 747 der Teams – alles bereits gebucht, Stornokosten laut Cargo-Dokumenten 6,8 Millionen. Und die Teams? Die bekommen 2026 trotzdem ihre Antrittsprämie, weil Liberty Media den Ausfall „force majeure“ einstuft. Die Antrittsprämie aber springt nicht aus dem Nichts – sie wird aus dem Gesamt-Topf gezogen, der jetzt kleiner ist.

Die tricks, mit denen liberty das loch stopfen will
Erste Maßnahme: Las Vegas bekommt eine Schwesterveranstaltung, ein zweiter Nachtlauf im Oktober, weil das Kasino-Budget locker 70 Millionen hergibt. Zweitens: China wird wieder zum Double-Header, Peking plus Shanghai, weil der chinesische Staat 90 Millionen zahlt, um nach Jahren der Lockdowns zurück in der Startaufstellung zu stehen. Drittens: Netflix-Doku „Drive to Survive“ verlängert um zwei Sondersfolgen – Produktionskosten 12 Millionen, neue Sponsoren sollen 35 Millionen einbringen.
Doch es bleibt eine Wunde. Die Aktionäre von Liberty Media sehen die EBITDA-Marge für 2026 auf 32 Prozent sinken – Vorjahr 38. Die Teams spüren’s an der Dividende. Ferrari-Chef Vasseur murmelte in Melbourne: „Wir haben Budgetdeckel, aber keine Einnahmendeckel.“ Übersetzt: Die Kosten steigen, die Einnahmen nicht. Mercedes rechnet intern mit sieben Millionen weniger TV-Prämie, Red Bull mit fünf. Bei den kleineren Teams wie Williams entspricht das einem Sechstel des Entwicklungsbudgets für 2027.
Die Politik hält sich bedeckt. Die FIA erwähnt in ihrem Statement „Sicherheit geht vor“, verweist auf UN-Konfliktberichte. Hinter den Kulissen aber brodelt es: Einige Verantwortliche fordern, künftig „Kriegsklauseln“ in Promoter-Verträge zu schreiben – ähnlich den Olympia-Zwangspausen von 2020. Die Formel 1 war immer stolz auf ihre globale Unverwüstlichkeit. Jetzt muss sie zugeben, dass auch ein 20-Zylinder-Motor nichts gegen Raketen ausmacht.
Für die Fans bleibt ein Schlag ins Kontor. Die Strecken in Sakhir und Dschidda gelten als Benchmark: moderne Infrastruktur, Nachtrennen, spektakuläre Kulisse. Die Ersatzkalender füllen Lücken, aber keine Sehnsucht. Die Saison 2026 ist finanziell gerettet, kulturell aber ärmer – und das ist ein Preis, den selbst Liberty Media nicht einfach durch Netflix-Folgen wettmachen kann.
