Militao: operación und wm-aus – was steckt wirklich dahinter?

Ein Schock für den brasilianischen Fußball und eine herben Schlag für den FC Real Madrid: Éder Militao, der zentrale Verteidiger, fällt aufgrund einer schweren Achillessehnenreißung langfristig aus. Die Operation in Turku, Finnland, war unvermeidlich, doch die Frage, was genau hinter der Verletzung steckt und wie Militao zurückkehren wird, beschäftigt nun Fans und Experten gleichermaßen.

Der mann, der die stars behandelt: lasse lempainen

Im finnischen Turku hat sich Lasse Lempainen einen Namen gemacht – und zwar einen exzellenten. Der Chirurg operiert jährlich rund 350 Spitzensportler und gehört dem medizinischen Team von Ripoll und De Prado an, einem FIFA-Zertifizierungszentrum. Seine Expertise ist gefragt, wenn es um die Behandlung von Profifußballern geht und er gilt als einer der besten seiner Zunft. Militaos dritte Operation innerhalb von vier Jahren unterstreicht die Komplexität seiner Situation.

Die Verletzung ereignete sich bereits in der ersten Halbzeit des Spiels gegen Alavés. Ein Moment, der Militaos WM-Träume jäh beendete. „Es gab keine andere Option“, erklärt Lempainen gegenüber MARCA. „Die Verletzung war sehr schwerwiegend. Die einzige Möglichkeit war die Operation – bei einer solch gravierenden Verletzung der Ischialsehne konnte er nicht auf höchstem Niveau weiterspielen.“

Der weg zurück: rehabilitation und risiken

Der weg zurück: rehabilitation und risiken

Wie sieht der Plan für Militaos Genesung aus? Lempainen erläutert: „Bei muskel- und sehnenbezogenen Verletzungen, insbesondere der Ischialsehne, handelt es sich um häufige Begleiterkrankungen im Fußball. Die meisten betreffen das Muskelgewebe und können ohne Operation behandelt werden. Bei schweren Verletzungen und Spitzensportlern ist eine Operation jedoch oft notwendig.“ Er betont, dass die Rehabilitationszeit von der Schwere der Verletzung und dem individuellen Zustand des Spielers abhängt. „Für schwere Fälle sind mehrere Monate der Rehabilitation erforderlich, bevor der Spieler wieder voll belastbar ist.“

Ein Schlüsselaspekt ist die Frage der Rückfallrisikos. „Es gibt immer ein gewisses Restrisiko, wie bei vielen anderen Verletzungen – Knie, Knöchel… Im Profifußball ist ein gewisses Risiko immer gegeben.“ Lempainen unterstreicht die Wichtigkeit einer sorgfältigen Operation und einer gut geplanten Rehabilitation, um dieses Risiko zu minimieren. Der Fokus liege darauf, Militao so schnell wie möglich und vor allem sicher zurück auf den Rasen zu bringen.

Die Frage, ob Militao jemals wieder die gleiche Dominanz auf dem Platz erreichen wird, beantwortet Lempainen mit Zuversicht: „Ja. Ich habe viele Spitzensportler mit schweren Ischialsehnenverletzungen behandelt, die ihr höchstes Leistungsniveau wieder erreicht haben. Viele junge Spieler haben sogar nach einer schweren Verletzung und Operation ihre besten Jahre erlebt.“

Es kursierten Gerüchte, dass eine frühere Operation hätte die aktuelle Verletzung verhindern können. Lempainen weist dies zurück: „Wir konzentrieren uns auf den aktuellen Zeitpunkt, in dem die Notwendigkeit einer Operation klar war. Jetzt liegt der Fokus auf der Rehabilitation.“

Und schließlich die Belastung: Können Spieler eines Vereins wie Real Madrid, die oft 50 Spiele pro Saison absolvieren, nach einer solchen Verletzung wieder dieses Tempo halten? „Ja, wenn die Operation und die Rehabilitation gut durchgeführt wurden, ist das möglich. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung.“

Lempainen fasst zusammen: „Unser Ziel ist die höchste Leistungsfähigkeit, die Zeit ist zweitrangig. Es geht darum, dass der Spieler sicher zurückkehrt. Das ist meine Philosophie: Wir verlassen uns nicht auf Glück, wenn ein Sportler wieder ins Spiel einsteigt.“