Milan-umbruch: cardinale krempelt das management komplett durch!

Milano – Der Schock sitzt tief im San Siro: Nach dem erneuten sportlichen Misserfolg muss der AC Milan personell aufräumen. Gerry Cardinale, der Eigentümer von RedBird, zieht die Notbremse und plant einen radikalen Umbruch im Management. Ausgerechnet jetzt, wo die Champions-League-Hoffnungen zerplatzt sind, wird die Führungsetage auf den Kopf gestellt.

Cardinale übernimmt die zügel: ende der amerikanischen experimente

Lange Zeit verfolgte RedBird eine Strategie, bei der das Management weitgehend autonom agierte. Cardinale übertrug die Verantwortung an seine Manager und bewertete am Ende der Saison deren Leistung. Doch die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass dieser Ansatz gescheitert ist. Nun nimmt der RedBird-Boss das Ruder selbst in die Hand und setzt auf eine deutlich direktere Führung – ein Modell, das eher dem italienischen Fussball entspricht. Alle wichtigen Entscheidungen sollen fortan über seinen Schreibtisch laufen, auch wenn die Expertise von Senior Advisor Zlatan Ibrahimovic und CEO International Calvelli weiterhin eingeholt wird. Die Trennung von Furlani, Maldini und Co. war dabei nur der erste Schritt.

Ein Umbruch mit Ansage: Die Entlassungen waren kein Zufall, sondern ein klares Signal von RedBird. Alle vier entlassenen Manager waren direkt dem Club unterstellt. Die offizielle Mitteilung kam von RedBird Capital Partners – ein deutlicher Hinweis darauf, wer die Fäden zieht.

Die suche nach dem neuen duo: aziendalisti gesucht!

Die suche nach dem neuen duo: aziendalisti gesucht!

Die vakanten Positionen des CEO und Sportdirektors sind nun die Priorität. Doch Cardinale hat klare Vorstellungen, was er sich von den Nachfolgern wünscht. Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern vor allem um Aziendalismo – die Fähigkeit, die Interessen des Clubs über persönliche Ambitionen zu stellen. Interne Machtkämpfe und Spieler-Managements, die aus dem Ruder gelaufen sind, sollen der Vergangenheit angehören.

Besonders wichtig ist Cardinale die finanzielle Stabilität. Furlani wird keine Vorwürfe für die Bilanz machen müssen, die unter seiner Führung stets ausgeglichen war. Der neue CEO muss jedoch garantieren, dass der Verein auch ohne die Einnahmen aus der Champions League wirtschaftlich überlebt. Nachhaltigkeit und Selbsttragfähigkeit sind die Schlüsselwörter.

Auch bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor wird es nicht einfach. Cardinale will einen Manager, der innerhalb des vorgegebenen Budgets agiert und nicht die Freiheit genießt, teure Spieler zu verpflichten. Die Kaderplanung muss effizienter werden, die vorhandenen Mittel optimal genutzt. Ein Teamplayer, der mit dem Rest des Managements harmonisch zusammenarbeitet, ist gefragt.

Neben diesen fachlichen und wirtschaftlichen Aspekten spielt auch das Alter eine Rolle. Cardinale blickt in die Zukunft und möchte neue Kräfte an den Start bringen, die den Fussball von morgen prägen. Der gescheiterte Kontakt zu Galliani lässt vermuten, dass die Vergangenheit damit abgeschlossen ist.

Die neue Ära im San Siro hat begonnen. Ob Cardinales strikter Kurs den Milan zurück in die Erfolgsspur führt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Umbruch ist umfassend und wird den Verein nachhaltig verändern.