Milano-cortina 2026: coventry erklärt olympia zur geschlechter-revolution

Kirsty Coventry schreibt Geschichte – und zwar nicht nur als erste Frau an der Spitze des IOC. Die Schwimm-Legende meldet aus Mailand einen Rekord, der alle Medaillen überstrahlt: „Milano-Cortina ist die erste Winterspiel-Ausgabe mit echter Geschlechter-Parität.“

50:50 An den startlöchern, 0:100 in den führungsetagen

Die Quote gilt den Athleten. 1.400 Frauen und 1.400 Männer reisen im Februar 2026 ins olympische Fellini-Kino der Alpen. Doch Coventry will mehr. „Wir haben die Startnummen ausgeglichen, jetzt ziehen wir nach bei Trainern, Managern und Technik-Teams“, sagt sie der „Gazzetta dello Sport“ am Internationalen Frauentag. Der Appell richtet sich an 206 Nationale Komitees und deren Chefdelegierte. Bislang liegt der Frauenanteil im Coaching-Bereich bei gerade einmal 18 Prozent – ein Wert, der selbst im Sommer-Winter-Vergleich peinlich wirkt.

Als Leuchtfeuer nannte Coventry zwei italische Gesichter: Skilangläuferin Federica Brignone und Short-Track-Mama Francesca Lollobrigida. „Federica steht für Resilienz, Francesca beweist, dass Spitzensport und Kinderzimmer kein Widerspruch sind.“ Die Botschaft: Wer Mütter und Väter an die Spitze holt, dem folgt die nächste Athletengeneration automatisch.

Der zeitplan ist knapp, der druck groß

Der zeitplan ist knapp, der druck groß

Coventry setzt auf harte Zahlen. Bis Oktober 2025 müssen alle Verbände einen Gender-Plan einreichen – inklusive Nachweis über mindestens 30 Prozent Frauen in Schlüsselpositionen. Wer sich weigert, riskiert Startplatz-Streichungen. „Wir wollen keine Quoten-Show, wir wollen Fachkompetenz mit neuem Gesicht“, betont die 42-Jährige. Dafür stehen 20 Millionen Dollar Fördergelder bereit, finanziert aus den Einnahmen der Olympischen Partnerprogramme.

Die Sportwelt blickt nun auf die alpinen Wettkampfstätten. In Bormio trainieren bereits 300 Trainer – darunter 47 Frauen. Die Quote: 15,7 Prozent. Coventry lacht nicht. „Wir sind auf dem Weg, aber wir sind noch nicht angekommen.“

Milano-Cortina könnte tatsächlich die Spiele der Gleichberechtigung werden – wenn nicht nur die Skikanten glänzen, sondern auch die Führungsriege. Die Uhr tickt. Noch 333 Tage bis zur Eröffnungsfeier. Coventry hat den Countdown gestartet. Und diesmal zählt nicht nur Gold, sondern wer es mit wem holt.