Milano zittert sich zum sieg – bologna scheitert in madrid

Milano hat 27 Punkte Vorsprung fast vollständig verspielt und trotzdem gewonnen. 87:84 gegen Barcelona – ein Ergebnis, das sich im letzten Viertel beinahe in eine Katastrophe verwandelt hätte. Gleichzeitig kämpfte Virtus Bologna in Madrid bis zur letzten Minute, verlor aber am Ende 84:92 gegen ein Real-Team, das in den entscheidenden Momenten gnadenlos trifft.

Milano überlebt einen zusammenbruch im schlussviertel

Die ersten drei Viertel gehörten der EA7 Olimpia Milano fast vollständig. Defensiver Druck, schnelle Transition, saubere Ballbewegung – die Männer von Coach Poeta ließen Barcelona kaum atmen. Zach LeDay mit 16 Punkten, Nicolás Bolmaro mit 13 – der Argentinier, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub – und dazu Nebo und Booker, die das Spiel in der Luft kontrollierten. Nach einem Brooks-Dreier in der 30. Minute stand es 78:51. Ein Spiel, das längst entschieden schien.

Dann kam das vierte Viertel. Barcelona, sechsmal in Serie in der Euroleague geschlagen, wachte plötzlich auf. Ein 13:2-Lauf, vier verschiedene Scorer – Clyburn, Shengelia, Vesely, Parra – und plötzlich war der Vorsprung auf zwei Punkte geschrumpft. Satoransky traf zwei Dreier in den letzten Sekunden, Shengelia hatte den Ausgleich auf dem Fuß. Der Ball prallte vom Ring ab. Shields verwandelte nur einen von zwei Freiwürfen. 87:84 – Endstand. Milano atmet durch, bleibt mit 15 Siegen auf Platz zehn und ist dem Playoff-Platz so nah wie lange nicht mehr.

Bologna gibt in madrid erst in der schlussphase nach

Bologna gibt in madrid erst in der schlussphase nach

Wer Virtus Bologna in dieser Euroleague-Saison abschreibt, macht einen Fehler. Ohne Hackett und Pajola reiste die Mannschaft von Ivanovic nach Madrid – und stand 77:77 noch dreieinhalb Minuten vor dem Ende. Carsen Edwards hatte das möglich gemacht. Allein 22 seiner insgesamt 32 Punkte erzielte er in der ersten Hälfte, fast im Alleingang hielt er Bologna im Spiel.

Aber Real Madrid hat Spieler, die in solchen Momenten keine Gnade kennen. Hezonja traf den entscheidenden Dreier, Campazzo legte nach – kalt, präzise, ohne zu zögern. Campazzo hatte schon zur Halbzeit mit einem Halbfeld-Dreier auf Sirene für das 46:40 gesorgt, als hätte er einfach Lust dazu gehabt. Das ist Real Madrid: Wenn es eng wird, drücken die Einzelkönige auf den Knopf. Hezonja beendete das Spiel mit 19 Punkten, Tavares mit 14, Campazzo mit 12.

Auf Bolognese Seite kämpfte Luca Vildoza mit 15 Punkten und Alston mit 11 bis zum Schluss. Smailagic holte 11 Rebounds – ein Detail, das zeigt, wie hart Bologna um jeden Zentimeter kämpfte. Es reichte nicht. 92:84 – Real Madrid bleibt Vierter in der Tabelle und weiß, dass es in diesem Team immer jemanden gibt, der das Spiel entscheidet, wenn es darauf ankommt.