Milano cortina 2026: deborah compagnoni über den erfolg und die emotionen der spiele
- Eine legende spricht: deborah compagnonis blick auf die olympischen winterspiele
- „Niemand hätte es erwartet – auch sie nicht“
- Der schlüssel zum erfolg: mentale stärke
- Warum federica brignone einzigartig ist
- Mehr als nur brignone: die erfolge der italienischen athleten
- Die werte der olympischen spiele: respekt, solidarität und fairplay
- Erinnerungen an albertville 1992 und lillehammer 1994
- Ein silberstreifen und die verbindung zu alberto tomba
- Skifahren als leidenschaft und ein stück familiengeschichte
Eine legende spricht: deborah compagnonis blick auf die olympischen winterspiele
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina haben ein beeindruckendes Sportfest erlebt. Doch wer hätte mit dem Erfolg von Athletinnen wie Federica Brignone oder Francesca Lollobrigida gerechnet? Nun meldet sich eine weitere italienische Sportlegende zu Wort: Deborah Compagnoni, dreifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin, teilte ihre Eindrücke und Analysen in einem Gespräch mit Sportweek und Rinascente.

„Niemand hätte es erwartet – auch sie nicht“
„Wenn Sie auf dem Mars leben und Deborah Compagnoni nicht kennen…“, begann das Gespräch. Die Reaktion der Zuhörer war überwältigend. Für eine ganze Generation war Compagnoni, zusammen mit Alberto Tomba, das Aushängeschild des italienischen Skisports. „Ich habe bei den Spielen in Cortina den Super-G verfolgt und geweint, weil es ein unerwarteter Sieg war. Niemand, auch sie selbst, hatte damit gerechnet. Eine unglaubliche Emotion! Sie hat etwas Fantastisches geleistet und eine wichtige Botschaft gesendet: Wenn man an sich selbst glaubt und hart arbeitet, kann man alles erreichen.“

Der schlüssel zum erfolg: mentale stärke
Compagnoni betonte die Bedeutung der mentalen Stärke für den Erfolg. „Federica Brignone ist frei von Druck gefahren, sie hat sich nicht von der Erwartungshaltung überwältigen lassen. Das ist etwas, das anderen Athleten, wie zum Beispiel Ilia Malinin, nicht gelungen ist. Bei den Olympischen Spielen ist der Kopf genauso wichtig wie die körperliche Fitness.“

Warum federica brignone einzigartig ist
„Technisch ist sie beeindruckend. Wenn sie fährt, verteilt sie ihr Gewicht perfekt, hat eine ausgezeichnete Führung und kann ihre Geschwindigkeit ohne Verzögerung halten. Diese Fähigkeiten hat sie den schnellen Disziplinen zu verdanken“, so Compagnoni über die Goldmedaillengewinnerin.

Mehr als nur brignone: die erfolge der italienischen athleten
Doch nicht nur Brignone feierte Gold. „Francesca Lollobrigida hat zwei Goldmedaillen im Eisschnelllauf gewonnen, sie war großartig. Und auch Lisa Vittozzi im Biathlon. Sie hatte vor zwei Jahren ein schweres Rückenproblem, und es schien, als ob sie nicht mehr zurückkehren würde. Aber sie hat es geschafft!“ Compagnoni hob hervor, dass jeder Athlet eine besondere Geschichte zu erzählen hat, was die Medaillen noch wertvoller macht.

Die werte der olympischen spiele: respekt, solidarität und fairplay
Compagnoni betonte die Bedeutung von Werten wie Respekt, Solidarität und Fairplay. „Alle zwei Jahre treffen wir uns und lassen Probleme und Sorgen hinter uns. Es ist, als ob sie verschwinden würden. Ich glaube, das ist das Schöne, das der Sport bewirken kann.“ Sie lobte auch die italienische Fernsehübertragung, die einen eigenen Kanal den Spielen widmete, und wünschte sich, dass dies auch nach den Olympischen Spielen so bleiben würde.

Erinnerungen an albertville 1992 und lillehammer 1994
An die Olympischen Spiele 1992 in Albertville erinnert sie sich besonders gut: „Einige Tage vor dem Rennen wollte ich gar nicht antreten, der Druck war enorm. Ich bin zum Haus meiner Großmutter geflohen, und sie haben mich dort abgeholt und zu den Spielen gebracht. Und zum Glück habe ich den Super-G gewonnen. Am nächsten Tag, beim Riesenslalom, war ich nicht konzentriert und bin gestürzt, wobei ich mir das Knie gebrochen habe. Trotzdem habe ich gelernt, geduldig zu sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ An Lillehammer 1994 erinnert sie sich an die Nähe zum Publikum und die Atmosphäre.

Ein silberstreifen und die verbindung zu alberto tomba
„Manchmal vergesse ich sogar mein Silber! Es bleibt ein bisschen zurück, der Arme…“, scherzte Compagnoni. „Anders als Alberto Tomba, der sich an jedes Rennen erinnert.“ Sie berichteten auch von gemeinsamen Trainingseinheiten und wie sie Tomba beim Skifahren beobachtete. Sie versuchte, seine Fahrweise zu imitieren, aber es gab etwas Besonderes in seinen Kurven.

Skifahren als leidenschaft und ein stück familiengeschichte
Auch heute noch fährt Compagnoni gerne Ski. „Es gibt einem ein Gefühl von Freiheit, und man ist in der Natur unterwegs. Aber wenn zu viele Leute auf der Piste sind, mag ich es nicht so gerne…“ Sie erzählte auch, dass sie ihre ersten Skier mit zweieinhalb Jahren bekommen hatte und dass ihre Skier ein Familienerbstück sind, das mittlerweile ihre Kinder und Enkelkinder benutzen.
