Milan-krise: savicevic schießt krass – „das problem sind die spieler, nicht der präsident!
Rom – Der AC Milan steuert auf eine Enttäuschung zu. Nach verpasstem Champions-League-Einzug und einer insgesamt schwachen Saison schlagen die Kritiker Alarm. Allen voran Dejan Savicevic, der als „Genie“ des Mailänder Fußballs verehrt wird, hält die Lanze für seine ehemaligen Mitspieler nicht gerade hoch.

Der frühere superstar kritisiert die trainingsmethoden
Im Exklusivinterview deutete Savicevic an, dass die Probleme des AC Milan tiefgreifender seien als ein fehlender Präsident. „Das Problem sind die Spieler und die Art, wie sie trainiert werden“, so der ehemalige montenegrinische Nationalspieler. Er hinterfragte die Einstellung der Mannschaft und die taktischen Herangehensweisen, die zu den Leistungen geführt hätten. Besonders Allegri müsse sich hinterfragen, obwohl er ihn für einen guten Trainer hält.
Savicevic, der aktuell als Funktionär im montenegrinischen Fußball tätig ist, legte sich nicht nur mit der aktuellen Mannschaft an. Er äußerte sich auch zur Personalie Leao: „Nicht verkaufen!“, forderte er nachdrücklich, obwohl er dem jungen Portugiesen mangelnde Leidenschaft für den Fußball attestiert. „Er scheint mehr an Musik als am Fußball interessiert zu sein“, so Savicevic, der ihn am liebsten abgeben würde.
Das vermeintliche Desinteresse Leaos scheint ein Symptom eines größeren Problems zu sein. Savicevic sieht eine generelle Entwicklung im modernen Fußball, bei der die Spieler weniger Wert auf Dribbling und Kreativität legen. „Die Jungs dribbeln nicht mehr. Sie machen zwei Klicks und spielen dann den Ball flach auf den Außenverteidiger. So wird man nicht besser.“
Krösche als möglicher neuer Sportdirektor? Savicevic zeigte wenig Begeisterung. „Krösche? Das ist doch kein Ancelotti!“, entgegnete er mit einem Achselzucken, als die Rede auf eine mögliche Ablösesumme für den Eintracht-Manager kam.
Auch die Leistungen der italienischen Nationalmannschaft im WM-Titelrennen sorgten für Kritik. Während er Messi für seine Leistungen lobte – obwohl er zwei seiner Tore dem Fehler des algerischen Torwarts zuschreibt – betonte er, dass Cristiano Ronaldo seine Karriere beenden sollte, bevor er seinen Ruf weiter schädigt. „Messi ist 70 Prozent Talent und 30 Prozent Einsatz, Cristiano genau umgekehrt. Mit zunehmendem Alter zählt nur noch das Talent.“
Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Für Dejan Savicevic wird sich beim AC Milan kurzfristig nichts ändern. „Nicht viel wird sich ändern. Das Problem sind die Spieler, die Art, wie sie trainiert werden.“ Ein vernichtendes Urteil eines Mannes, der den Mailänder Fußball einst auf seine Schultern trug.
