Milan: überteuerte verspätungen – der scudetto kostet bares geld!

Der AC Milan hat den Meistertitel zwar schon fast in der Tasche, aber dafür zahlen die Rossoneri eine hohe Rechnung: wiederholte Verspätungen beim Einlaufen auf den Rasen kosten dem Verein beträchtliche Summen. Eine Analyse der aktuellen Situation zeigt ein überraschendes Bild der Disziplinlosigkeit im italienischen Fußball.

Die uhr tickt: maignan und rabiot führen die liste an

Die uhr tickt: maignan und rabiot führen die liste an

Gegen den SSC Neapel sorgte der Milan erneut für Aufsehen, als das Team über zwei Minuten zu spät ins Stadion kam und damit eine Strafe von 25.000 Euro nach sich zog. Die Saisonbilanz ist alarmierend: bereits 132.000 Euro wurden für solche Vergehen fällig. Dabei sind Torwart Mike Maignan und Mittelfeldspieler Adrien Rabiot die prominentesten Übeltäter, die regelmäßig die Zeitdeffizite verursachen. Ein kurioser Umstand ist, dass die längeren Pausen zwischen Halbzeit und Wiederaufnahme des Spiels ebenfalls zu den Gründen für die Strafen gehören. Ist es ein taktisches Spiel, eine Form von Skepsis oder einfach mangelnde Professionalität?

Max Allegri, der Trainer, ist bekannt für seine rigorose Einstellung, insbesondere wenn es um Pünktlichkeit geht – ein Mantra, das er seinen Spielern immer wieder einprägt. Doch die wiederholten Verspätungen lassen vermuten, dass die Botschaft nicht immer ankommt. Die Ausmaße der Strafen sind beachtlich, besonders wenn man bedenkt, dass der Como 19.000 Euro für ähnliche Vergehen bezahlt hat und auch der SSC Neapel und Udinese mit 8.000 Euro zu Buche schlagen.

Ein besonders amüsantes Beispiel ereignete sich im Januar in Rom, als Schiedsrichter Colombo Maignan mehrfach aufforderte, die Stufen des Stadions zu verlassen, um das Spiel zu beginnen. Die Reaktion des französischen Keepers: „Wir sind zu sechst…“. Ein anderes Mal scherzte Mancini mit dem Schiedsrichter Guida: „Entweder eine Strafe oder wir fangen mit 0:1 an – wir entscheiden uns!“

Doch diese Verhaltensweisen sind keine Einzelfälle. José Mourinho, der Meister der Taktik, soll in der Vergangenheit ebenfalls versucht haben, das Spielgeschehen zu seinem Vorteil zu beeinflussen, indem er beispielsweise die Halbzeitpause in Benfica-Real Madrid unnötig verlängerte. Auch bei Manchester United und der AS Rom gab es ähnliche Vorfälle, die mit hohen Strafen geahndet wurden.

Wo landen die gesammelten Strafgelder? Ein Großteil der Summe geht an die Liga, wo sie für soziale Projekte verwendet wird. Die internen Strafen, die für Verspätungen im Training oder andere Regelverstöße verhängt werden, fließen hingegen in die Vereinskasse und werden unter anderem für luxuriöse Mannschaftsessen verwendet. So gab es erst kürzlich ein exklusives Dinner im Hotel Gallia in Mailand, an dem rund 70 Personen teilnahmen – finanziert aus den Strafzahlungen.

Max Allegri kann sich also darauf verlassen, dass er in Zukunft ohne schlechtes Gewissen einen teuren toskanischen Wein bestellen kann, solange die Verspätungen weiterhin zur Debatte stehen. Denn eine Sache ist klar: Die Disziplinlosigkeit des AC Milan ist teuer – und das nicht nur für den Verein, sondern auch für die Fans.