Mikaela shiffrin: vom trauma in peking zum olympia-gold in cortina

Gold in cortina: shiffrin überwindet ihre olympia-dämonen

Mikaela Shiffrin hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo die Goldmedaille im Slalom gewonnen und damit eine dunkle Vergangenheit überwunden. Im exklusiven Interview mit Eurosport gibt die US-Amerikanerin Einblicke in ihre mentale Vorbereitung und die positiven Auswirkungen ihres Tiefs bei den Olympischen Spielen in Peking vor vier Jahren.

Der schatten von peking

Der schatten von peking

Die bittere Erfahrung von Peking, wo sie in sechs Disziplinen antrat, dreimal ausschied und ohne Medaille nach Hause fuhr, verfolgte Shiffrin lange. Vor den Spielen in Cortina wurde sie erneut mit diesen Fragen konfrontiert. “An manchen Tagen spürte ich den Druck enorm, an anderen weniger”, so Shiffrin im Rückblick auf ihren Sieg. Besonders intensiv war der Druck, als sie zu Hause war und nicht Skifahren konnte.

Mentale unterstützung durch psychologin

Mentale unterstützung durch psychologin

Shiffrin suchte professionelle Hilfe, um mit den aufkommenden Ängsten und Zweifeln umzugehen. “Ich hatte viele Gespräche mit meiner Psychologin. Im Juli haben wir erstmals spezifisch über Olympia und meine Gefühle dazu gesprochen – und ich habe nur geweint”, erinnert sie sich. Gemeinsam versuchten sie, sich den Erfolg vorzustellen und die Ziellinie als Siegerin zu überqueren, wie bereits 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang.

Der verlust des vaters als schlüsselmoment

Der verlust des vaters als schlüsselmoment

Ein wichtiger Faktor für ihre mentale Blockade war der Verlust ihres Vaters im Februar 2020. “Alle Dinge in deinem Leben werden zu neuen Erfahrungen, weil diese Person nicht mehr da ist. Und dieser Teil von mir wollte nicht wissen, wie es sich anfühlt, eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, ohne diesen Moment mit ihm teilen zu können”, erklärt die 30-Jährige. Dieser Aspekt wurde intensiv mit ihrer Psychologin besprochen.

Offenheit und verletzlichkeit als schlüssel zum erfolg

Offenheit und verletzlichkeit als schlüssel zum erfolg

Shiffrin betonte die Bedeutung von Offenheit und Ehrlichkeit im Team. “Wir haben uns sehr viel ausgetauscht, mit meinem Team gesprochen – einfach um offen, ehrlich und auch verletzlich zu sein. Das war meine Taktik, um zu diesen Winterspielen zu kommen und bereit zu sein.” Sie fand heraus, dass das Tief in Peking eine wichtige Erfahrung war, die ihr Wachstum und Entwicklung ermöglichte.

„Es ist nur skifahren“ – shiffrins einfache philosophie

Mit zwei fantastischen Läufen und einem Vorsprung von 1,50 Sekunden auf die Schweizerin Camille Rast sicherte sich Shiffrin ihren dritten Olympiasieg. Sie konzentrierte sich auf das Wesentliche: “Am Ende ist es ziemlich einfach: Es ist nur Skifahren.” Ohne die Erfahrung in Peking wäre sie nicht die Athletin, die sie heute ist. Sie sieht Peking als Grundstein für ihre persönliche Weiterentwicklung.

Die bedeutung des scheiterns

Shiffrin möchte ihr Scheitern in Peking nicht als positiv darstellen, betont aber: “Ich will da nicht hin, möchte nicht darüber nachdenken. Es war keine gute Erfahrung – aber ich bin nur mein heutiges Ich, weil das ein Teil meiner Reise war.” Sie sieht das Tief als notwendigen Schritt auf dem Weg zu ihrem Erfolg.

Mitgefühl für laura dürr

Shiffrin zeigte auch Mitgefühl für Laura Dürr, die knapp eine Medaille verpasste: “Laura ist eine meiner Lieblingskonkurrentinnen.”

Olympia mailand cortina 2026 - ergebnisse

  • Gold: Mikaela Shiffrin (USA)
  • Silber: Camille Rast (SUI)