Mick schumacher versinkt im phoenix-staub
Phoenix frisst Hoffnungen. Mick Schumacher kam als Hoffnungsträger, verließ den Phoenix Raceway als 18. und mit dem Gefühl, im Getriebe der IndyCar-Saison zu verspringen.
Vierter im qualifying, letzter im kopf
Die Zahlen lügen nicht: Startplatz vier, Zielplatz 18. Dazwischen liegen 250 Rundenterror auf dem 1-Mile-Oval, bei denen der 26-Jährige an seinem zweiten IndyCar-Wochenende mehr verlor als nur Positionen. Die Dallara Honda von Rahal Letterz Lanigan rutschte weg, die Reifen gaben nach, die Boxencrew verlor 2,3 Sekunden – eine Ewigkeit, wenn die Konkurrenz im Sekundentakt vorbeizieht.
Schon in St. Petersburg hatte ihn ein Ausrutscher in Runde eins aus dem Rennen geworfen. Phoenix war die Chance auf Wiedergutmachung. Stattdessen: Retraite ins Mittelfeld. «Es wird ein langes Rennen», hatte er vor dem Start gesagt. Er ahnte nicht, wie lang.

Josef newgarden fliegt, deutschland schaut zu
Während der US-Amerikaner Josef Newgarden nach 250 Runden den Sieg einfährt, bleibt Schumacher auf der Leinwand nur die Nebenrolle. Er ist der erste deutsche Pilot seit Timo Glock 2005 – und aktuell der erste, der sich fragen muss, ob die IndyCar mehr verlangt, als er noch kann. Die Formel-1-Vergangenheit zählt hier wenig; auf dem Oval zählen Draft, Mut und Millisekunden.
Nächste Woche Arlington, Texas. Noch ein Oval, noch eine Schicksalsrunde. Für Schumacher beginnt die Saison erst richtig – oder sie endet vorzeitig im Schatten der amerikanischen Kurven. Laguna Seca am 6. September ist das Finale. Bis dahin muss er Punkte sammeln, sonst bleibt nur die Statistik: zwei Rennen, null Punkte, ein Name, der plötzlich Last statt Lösung ist.
