Mick schumacher rutscht in indianapolis ab – 28. platz droht debakel

Mick Schumacker schafft es nicht, den Schatten seines Namens zu entkommen. Beim Qualifying zum Indianapolis 500 verpasst der 27-Jährige den zweiten Durchgang klar, wird 28. und fährt damit in der dritten Startreihe direkt ins Risiko.

Die zahl, die alles sagt: 28 von 33

33 Piloten wollten ins Fast-Nine, nur zwölf schafften den Cut. Schumachers RLL-Honda blieb mit 229,3 mph im Mittel mehr als eine Meile zurück. Die Konkurrenz feiert, der Deutsche verzieht nur die Lippen. „Wir haben die Balance noch nicht gefunden“, sagt er, doch das klingt wie ein gebrochenes Mantra.

Die Stimmen aus dem Fahrerlager sind deutlicher. „Er braucht Kilometer, aber die Uhr tickt“, murmelt ein Ingenieur von Ganassi. Und tatsächlich: Nach sieben IndyCar-Läufen steht noch immer keine Top-10-Platzierung. Bestes Ergebnis bleibt ein enttäuschender 17. Rang auf dem Stadt-Kurs von St. Petersburg. Die Saison bilanzieren kann man so nicht.

Historische fußnote statt spitzenwertung

Historische fußnote statt spitzenwertung

Am Sonntag wird Schumacher trotzdem Geschichte schreiben – als erster Deutscher seit 103 Jahren im 500-Meilen-Feld. Die letzte deutsche Flagge wehte 1923 über Fred Werder. Das klingt nach Saga, ist aber nur ein Trostpreis. Denn Indianapolis belohnt keine Namen, sondern Speed. Und den hat er gerade nicht.

Die gute Nachricht: Beim einzigen Oval vor Indianapolis, in Phoenix, startete er von Position vier. Die schlechte: Das Rennen endete mit einem Spin und einem 21. Platz. Das Oval ist kein Hexenwerk, aber es vergeben sich Fehler sofort. Bei 370 km/h ist Luft nach vorn ein Luxus, den man sich nicht erkaufen kann.

Teamchef Rahal bestätigt: „Wir arbeiten an Downforce-Levels, an Gewichtsverteilung, an allem gleichzeitig.“ Klingt nach Panik, ist aber Realität. Die 500 Meilen sind kein Lehrgang, sondern ein Examen. Und Schumacher schreibt es mit Bleistift statt mit Kugelschreiber – alles noch veränderbar, aber nichts mehr geplant.

Die Woche bis zum Rennen wird zum Testmarathon. Drei Stunden Freies Training am Donnerstag, dann Carb-Day mit vollgetankten Autos. Dort muss er mindestens zehn Plätze gutmachen, sonst droht das, was keiner ausspricht: ein Start in der Todesspur, wo 33. überholt und 28. schon im Kies landet.

Für Deutschland bleibt er das letzte Flaggschiff im US-Sportwagenzirkus. Doch Flaggen wehen auch im Wind, und der wird in Indianapolis gnadenlos. Wenn der Große Preis von Amerika am Sonntag um 12:30 Uhr Ortszeit startet, zählt nur noch, wer zuerst die Ziellinie berührt. Der Name Schumacher zählt da nichts – zumindest vorerst.