Mick schumacher fliegt schon in kurve 4 – indycar-debüt endet mit crash

St. Petersburg – Aus in Runde 1. Mick Schumachers erster IndyCar-Tag war nach 3,2 Kilometern vorbei. Der Deutsche, der auf Position 21 gestartet war, rutschte in die Betonwand, nachdem zwei Kontrahenten vor ihm sich gegenseitig wegfrisierten. Keine Chance auszuweichen, keine Schuld – nur das Knirschen von Karbon.

Der unfall, der alles beendete

Die Szene passierte in der vierten Ecke des 2,897 km langen Stadtkurses, dem ersten harten Bremspunkt. Pato O'Ward und Felix Rosenqvist berührten sich, beide schleuderten quer, Schumacher fuhr hinein. Dallara-Honda zerlegt, rechte Vorderradaufhängung weg, Saisonstart mit Null Punkten. „Ich sah nur Staub, dann war die Wand da“, sagte er noch am Streckenrand, Helfesuch in der Stimme.

Die Ironie: Gerade hatte er den schwierigsten Teil hinter sich – das Qualifying überstanden, 21. Platz als Auftakt in einer neuen Welt. Jetzt steht Phoenix bereits Samstag auf dem Programm, 1.600 km weiter westwärts, wo die Stromstärke der Motoren und die Temperatur der Reifen wieder von null beginnen.

Deutscher indycar-pilot – das gab

Deutscher indycar-pilot – das gab's seit 21 jahren nicht

Schumacher ist nicht irgendein Rookie. Er ist der erste Deutsche in der US-Serie seit Timo Glock 2005. Sollte er sich für die 500 Meilen von Indianapolis qualifizieren, wäre er sogar der erste Teutonier dort seit über 100 Jahren. Die Statistik drängt sich auf, doch sie hilft ihm heute nicht weiter.

Die Nr. 60 von Rahal Letterman Lanigan Racing trägt ein kleines Aufkleber-„M“ auf der Nase – eine Hommage an Michael, den Rekordweltmeister und Vater. Mick aber muss jetzt vor allem sich selbst beweisen, dass er mehr ist als ein Nachname mit Glamour.

18 Rennen sind noch zu fahren, Laguna Seca am 6. September ist das Finale. Die Saison ist lang, die Krankheit kurz. In der IndyCar-Serie reicht ein schlechter Tag, um die Meisterschaft zu versenken. Schumacher hatte ihn gleich am ersten Sonntag.