Michael frey: vom fcz-aus nach gc-coup – jetzt jagt er den pokalsensation
Ein einziges Veto trennte Michael Frey vor zwölf Monaten von der Rückkehr zum FC Zürich. Stattdessen landete der 31-jährige Angreifer bei den Grasshoppers – und könnte dort nun den Abstieg verhindern und den Cup holen. Am 18. April steht er mit GC im Halbfinal in Lausanne-Ouchy auf dem Platz, genau sechs Jahre nach seinem letzten Titel mit dem FCZ.
Canepa blockierte frey-transfer – «ich habe es akzeptiert»
Ende 2023, Anfang 2024 war alles angerichtet: Der FCZ wollte seinen ehemaligen Torschützen zurückholen, die sportliche Leitung gab grünes Licht. Doch Mitbesitzerin Heliane Canepa stellte sich quer. «Frau Canepa wollte das nicht. Nach meiner Vorgeschichte mit dem Klub konnte ich das auch verstehen», sagt Frey im «Blick»-Interview. Die Vergangenheit: 2018 weigerte er sich, die Zürcher zu verlassen, als Fenerbahçe anklopfte. Der Wechsel endete in einem Streik, ein Imageschaden, der bis heute nachhallt.
Frey gibt sich heute gelassen: «Vom FCZ hat sich auch nie jemand mit mir an den Tisch gesetzt.» Statt nach Zürich ging es nach Zürich-Letzigrund – nur in die andere Kabine. Bei den Grasshoppers schoss er seit Winter drei Tore, half mit sieben Punkten in den letzten fünf Spielen mit, den Abstiegskampf offen zu halten. Die Rechnung: vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, ein Spiel weniger.

Cup-halbfinal als lebensversicherung
Der Pokal ist für GC nicht nur Trost, sondern Überlebenstool. Ein Finaleinzug sichert mindestens 1,5 Millionen Franken Prämie – Geld, das dem Klub fehlt, wenn die Super-League-TV-Einnahmen wegfallen. Frey selbst sieht darin eine zweite Chance: «Der Cupsieg 2018 war einer der schönsten Tage meiner Karriere. Ich spüre dieselbe Spannung wie damals.» Er spricht noch immer mit Palionis, Sohm, Domgjoni – Teamkollegen aus dem Titeljahr. Nun will er sie mit GC schlagen.
Die Stimmung im Hoppers-Camp? «Wir haben nichts zu verlieren, nur zu gewinnen», sagt Frey. Und er selbst? Ein Vertrag bis 2025, ein Körper, der trotz 31 Jahren noch sprintstark ist, ein Kopf, der endlich Ruhe gefunden hat. Wenn er in Lausanne trifft, ist die Geschichte voll: vom verweigerten FCZ-König zum GC-Retter. Keine Rache, nur Fußball. Und vielleicht ein neuer Pokal im Koffer – diesmal in Schwarz-Weiß.
