Messi zündet wm-funken: argentinias großer traum und das nackte eingeständnis
Lionel Messi hat gesprochen – und Argentinien hält den Atem an. Der 38-jährige Weltmeister gibt der Albiceleste Hoffnung auf die Titelverteidigung, lüftet aber gleichzeitig den Schleier über die Realität: „Frankreich und Spanien sind aktuell besser drauf.“
Die wahrheit hinter dem lächeln
Im Gespräch mit dem argentinischen Moderator Pollo Alvarez auf YouTube wirkt Messi wie ein Mann, der die eigene Magie noch einmal entfachen will, aber nicht mehr blind an sie glaubt. „Wenn die Mannschaft komplett ist, ist sie konkurrenzfähig“, sagt er – und das klingt wie ein Euphemismus für die Verletztenmisere, die Lionel Scaloni umtreibt. Paulo Dybala, Ángel Di María, Lautaro Martínez: Alle haben sie in den letzten Monaten mit körperlichen Problemen gefightet.
Messi selbst? Der macht keine Zugeständnisse an das Alter. „Ich spiele, bis ich nicht mehr kann“, sagt er und lacht über seine Rivalität mit dem eigenen Sohn: „Sogar beim Playstation lasse ich ihn nicht gewinnen.“ Der achtmalige Ballon-d’Or-Gewinner wird im Juni 39, doch seine innere Uhr tickt anders. Die MLS hat er zum Zirkus gemacht, Inter Miami aus der Bedeutungslosigkeit katapultiert – und trotzdem nagt die Frage: Reicht das für die WM im Sommer?

Die favoritenliste, die wehtut
Messi nennt keine Halbwahrheiten. Frankreich steht obenauf. „Sie haben wieder eine brutale Form und eine Armada an Topspielern“, sagt er über die Equipe, gegen die er 2022 in Katar den Titel holte. Spanien folgt dichtauf, Brasilien nennt er „immer gefährlich“, Portugal „sehr konkurrenzfähig“. Deutschland und England? „Die Großen fehlen nie, aber sie gehören momentan zur zweiten Reihe.“
Die Worte klingen wie ein Seismograph der Gefühlslage: Argentinien ist Titelverteidiger, aber nicht mehr der Maßstab. Die EM hat gezeigt, wer die Musik spielt – und es ist nicht mehr Südamerika.

Die unbekannte heißt juni
Offiziell hat Messi seine Teilnahme an der WM in den USA, Mexiko und Kanada noch nicht bestätigt. Inoffiziell gilt sie als sicher. Das Turnier läuft vom 11. Juni bis 19. Juli – ein Zeitfenster, das für den kleinen Zauberer eng wird. Die Vorbereung wird maximal vier Wochen dauern, das erste Gruppenspiel gegen Chile in East Rutherford steht bereits fest.
Argentinien träumt laut, aber Messi flüstert die Wahrheit: „Die Klasse ist da, aber die Frische fehlt.“ Wenn er im Juli aufläuft, wird er nicht mehr der beste Spieler des Turniers sein. Aber vielleicht der klügste. Und das reicht manchmal für eine zweite Krone.