Mercedes schickt die elektrische glc mit 715 km reichweite an den start

Die Ampel springt auf Grün, und Mercedes tritt noch tiefer ins Elektro-Eck. Mit der GLC mit EQ-Technologie bringt die Stuttgarter Marke ein SUV auf die Straße, das 715 Kilometer schafft, 489 PS leistet und dabei fast 2,5 Tonnen auf die Waage bringt. Die Botschaft: Luxus darf ruhig schwer sein, wenn er weit kommt.

Warum die neue glc nicht einfach nur ein umgerüsteter verbrenner ist

Mercedes baut die GLC nicht einfach um, sondern neu. Die Plattform ist eigenständig, die Maße gewachsen: 4,85 Meter Länge, 13 Zentimeter mehr als beim Benziner. Das Gewicht? Ein Truck-würdiges 2.535 Kilogramm. Doch das interessiert im ersten Moment niemanden, der nach 4,3 Sekunden auf Tempo 100 ist und dabei nur ein leises Surren vernimmt.

Die Technik im Detail: zwei permanenterregte Synchronmaschinen, 800 Newtonmeter Drehmoment, ein zweigangiges Heckgetriebe für Effizienz auf der Autobahn. Die 94,5-kWh-LFP-Batterie lädt mit 330 kW Gleichstrom, in zehn Minuten stecken 305 Kilometer Reichweite drin. Mercedes nennt das „Zeitsparen statt Tanken“. Wer 72.588 Euro auf den Tisch legt, darf das ab sofort bestellen.

Das meter-brett in der mitte verändert alles

Das meter-brett in der mitte verändert alles

Im Cockpit dominiert ein 99,3 Zentimeter breiter Hyperscreen – ein durchgehendes Displayband, das Armaturenbrett und Beifahrerseite verschlingt. Dahinter arbeiten zwei KI-Gehirne: Google Gemini plant die Route, ChatGPT plaudert mit dem Fahrer. Eine Dash-Cam streamt Videokonferenzen während der Fahrt. Der Beifahrer kann Netflix schauen, der Fahrer soll das nicht sehen – nur ist die Trennung optisch fließend. Ablenkung inbegriffen.

Die Rückbank ist ein Sofa, der Kofferraum ein Kleinlaster: 570 Liter plus 128 Liter Frunk. Dach aus Glas, Sitze mit Massagerollbahn, 11 Airbags und eine Crash-Vorhersage-Software, die im Ernstfall schon vor dem Impact die Gurte spannt. Mercedes verpackt S-Klasse-Technik in einen Mittelklässler und verlangt dafür keinen S-Klasse-Preis – zumindest nicht ganz.

Wie sich 2,5 tonnen sportlichkeit anfühlen

Wie sich 2,5 tonnen sportlichkeit anfühlen

Auf der rollenden Waage merkt man jedes Kilo. In Kurven pendelt die GLC, sucht die Spur, federt aber so geschmeidig, dass Landstraßen zur Lounge werden. Ihr Metier ist die Autobahn. Bei 210 km/h lässt sie sich mit zwei Fingern lenken, der Wind bleibt draußen, der Verbrauch bei 20,9 kWh/100 km – ein Wert, der für ein Luftschloss aus Stahl und Lithium gerade noch akzeptabel ist.

Die Rekuperation bietet drei Stufen: D+ segelt, D- stoppt fast wie ein E-Bike. In der Stadt wird aus dem SUV ein Spielzeug, auf der Landstraße ein Gleiter. Die 715 Kilometer Reichweite schrumpfen realistisch auf 550, doch das reicht für München–Mailand ohne Ladestopp. Mercedes liefert keine Revolution, sondern ein Upgrade auf Dauerhaftigkeit.

Angelika Klein ist Sportjournalistin – und weiß: Leistung wiegt mehr als Pfunde. Bei der GLC stimmt beides.