Meningitis-alarm: wer jetzt impfen lassen muss!

Nach den besorgniserregenden Fällen in England und den ersten gemeldeten Erkrankungen in Italien steigt die Unsicherheit – und die Nachfrage nach Impfungen gegen Meningokokken erneut. Was Eltern und Jugendliche jetzt wissen müssen, erklärt unser Experte.

Die gefahr ist real: warum jetzt gehandelt werden sollte

Die gefahr ist real: warum jetzt gehandelt werden sollte

Die Nachrichten über Meningitis-Fälle in Großbritannien und die ersten bestätigten Fälle in Italien haben viele Menschen verunsichert. Besonders betroffen sind offenbar Jugendliche. Ein 15-jähriger Junge in Chieti liegt in kritischem Zustand im Krankenhaus, während ein weiterer Teenager in Parma an der Meningokokken-Erkrankung erkrankt ist. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass jetzt gehandelt werden muss, um weitere Ausbrüche zu verhindern.

Epidemiologe Giovanni Gabutti vom italienischen Institut für Hygiene betont: „Für Jugendliche, insbesondere wenn Reisen in Gebiete mit gemeldeten Ausbrüchen geplant sind, ist eine Impfung mehr als wünschenswert. Sie müssen mit einer vollständigen Impfserie, bestehend aus zwei Dosen, geschützt werden.“ Die Situation zeigt deutlich, dass die Meningitis-Gefahr nicht unterschätzt werden darf.

Doch was gilt für bereits Geimpfte? Wer bereits die empfohlene quadrivalente Konjugatimpfung nach dem ersten Lebensjahr erhalten hat, benötigt dringend eine Auffrischimpfung im Jugendalter, um den Schutz zu stärken. Wer noch nie gegen Meningokokken geimpft wurde, muss den vollständigen Impfzyklus einhalten, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Dosen der jeweiligen Herstellerangaben zu entsprechen hat.

Es geht nicht nur um Jugendliche. Auch für Erwachsene, insbesondere für Menschen mit Diabetes, Thalassämie, Immunschwäche oder für diejenigen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Internaten oder Diskotheken leben, wird eine Impfung dringend empfohlen. Die italienische Gesundheitsbehörde mahnt: Prävention ist der beste Schutz.

Die gute Nachricht: Italien ist in Sachen Prävention „relativ fortschrittlich“, so Gabutti. Das nationale Impfprogramm bietet bereits seit Jahren verschiedene Schutzmöglichkeiten: Die Pneumokokken-Impfung im Säuglingsalter wirkt auch präventiv gegen bestimmte Meningitis-Erreger, und die Impfung gegen Meningokokken B wird in den ersten Lebensmonaten durchgeführt. Die quadrivalente Konjugatimpfung schützt gegen die Serogruppen A, C, W und Y und wird nach dem ersten Lebensjahr mit einer Auffrischung im Jugendalter verabreicht.

Wer sich impfen lassen möchte, kann sich an die lokalen Gesundheitsämter (ASL) wenden. Die Impfangebote können je nach Region variieren – von kostenlos bis kostenpflichtig oder mit Zuzahlung. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, direkt den örtlichen Impfservice zu kontaktieren, um den individuellen Impfstatus zu klären und die passende Impfung auszuwählen.

Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig eine proaktive Gesundheitsvorsorge ist. Wer jetzt handelt, kann nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen schützen. Die Meningitis-Gefahr ist real, aber mit der richtigen Impfstrategie lässt sie sich eindämmen.